Testosteron beeinflusst Psychopathie

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst auch Teile des Gehirns, die für die Regulation von Emotionen bedeutsam sind. Das könnte für die Therapie von Psychopathen bedeutsam sein, glauben niederländische Forscher.

 

 

Psychopathie: Mangelndes Mitgefühl, Aggression, Gewalt

 

In den Medien werden Psychopathen meist als kalte berechnende Menschen dargestellt, die anfällig für kaltblütige und auch schwere Verbrechen sind. Psychopathie beschreibt die Unfähigkeit, anderen Menschen oder Tieren Empathie entgegen zu bringen und Gefühle wie Schuld, Verlegenheit oder Scham zu empfinden und zu zeigen. Psychopathen sind möglicherweise nicht fähig, die Angst anderer zu verstehen. Oftmals haben Psychopathen auch andere Grenzen, wenn es um Ekel geht, was sie vor unethischen Taten manchmal nicht zurückschrecken lässt. Aggression und Gewalt kommen häufig bei Psychopathie vor.

 

Untersuchungen ergaben, dass Psychopathen ihre Gefühle und damit verbundene Handlungen schlecht kontrollieren können. Das oftmals impulsive Verhalten macht soziale Kontakte schwierig. Das Verlieren der Kontrolle kann zum Konflikt mit dem Gesetz führen. In Studien ließen sich schwache Verbindungen zwischen Teilen im Gehirn nachweisen, die das emotionale System regulieren, was möglicherweise für die Unfähigkeit zu tiefen Gefühlen verantwortlich ist.

 

 

Mehr Testosteron, weniger Emotionen?

 

Einen Zusammenhang von Psychopathie und Testosteron fanden nun niederländische Forscher, nachdem sie 15 Straftäter mit Psychopathie und 15 gesunde Testpersonen mithilfe der Magnetresonanztomographie untersucht hatten. Die Studienteilnehmer sollten auf Bildern Gesichter nach Sympathie beurteilen und einen  Joystick entweder zu sich hinziehen, wenn ein Gesicht sympathisch erschien oder aber von sich weg drücken, wenn ein Gesicht unsympathisch war.

 

Für die Bewegung des Joysticks ist Kontrolle bedeutsam. Je nach ausgeführter Bewegung verursachte die kontrollierte Handlung im Gehirn Gesunder ein bestimmtes Kommunikationsmuster zwischen den Hirnbereichen der Amygdala und einem vorderen Bereich der Großhirnrinde. Dies konnte man bei Studienteilnehmern mit Psychopathie nicht beobachten.  Daneben zeigten Psychopathen mit hohen Testosteronwerten eine geringere Hirnaktivität im Bereich der vorderen Hirnrinde.

 

Die Untersuchung zeigt, dass es neuronale und hormonale Einflüsse bei Psychopathie gibt. Möglicherweise könnte eine hormonregulierende Therapie Menschen mit Psychopathie helfen, schreiben die Forscher in "eNeuro".

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.02.16Zum AnfangZurück

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