Test unterscheidet Bakterien und Viren

Bei Infektionen mit Bakterien, jedoch nicht bei Viren, werden zwei Gene angeschaltet, entdeckte ein internationales Forscherteam. Damit ließe sich wahrscheinlich relativ einfach ein Test entwickeln, der Patienten in Krankenhäusern zugutekäme. Denn dort ist schnelle Hilfe oftmals gefragt, wenn gefährliche bakterielle Infektionen zugrunde liegen.

Bakterieninfektionen sind oft gefährlich

Bei bakteriellen Infektionen werden zwei Gene namens IFI44L und FAM89A angeschaltet, was eine Unterscheidung von viralen Infektionen erlaubt, ergab eine Studie unter Leitung des Imperial College London. So ließen sich auch schwere, möglicherweise tödliche Infektionen entdecken und zielgerichtet behandeln, schreiben die Wissenschaftler im Amerikanischen Ärzteblatt "JAMA". 

Während virale Infektionen häufiger vorkommen, können bakterielle Infektionen schwerer verlaufen. Ob Meningitis, Sepsis oder Lungenentzündung – diese bakteriellen Infektionen können lebensbedrohlich sein und schnelle Behandlungen sind wichtig. Eine Unterscheidung würde zudem erlauben, schnell zu entscheiden, ob Antibiotika zum Einsatz kommen oder nicht. Im Hinblick auf zunehmende Resistenzentwicklungen bei Bakterien aufgrund des zu häufigen und unkritischen Einsatzes der Medikamente wäre ein Test auf bakterielle Ursachen von Krankheiten hilfreich. 50 Prozent der verordneten Antibiotika wären überflüssig und nicht zielgerichtet eingesetzt, so die Studienautoren.


Forscher untersuchen Gene an fiebernden Kindern

Die Forscher hatten 240 Kinder untersucht, die mit Fieber in Krankenhäusern in England, Spanien, den Niederlande und USA vorgestellt worden waren. Die Kinder waren durchschnittlich 10 Monate alt. Nachdem der Versuch unternommen wurde, mit klassischen Methoden zwischen bakteriellen und viralen Infektionen zu unterscheiden, untersuchten die Wissenschaftler Genaktivitäten auf weißen Blutzellen.

Unter 48.000 Genen entdeckten sie zwei, die bei bakterieller Infektion angeschaltet werden. Dafür ist nur ein kleiner Blutstropfen nötig. Der Test soll eine Genauigkeit von 95 bis 100 Prozent aufweisen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.09.16Zum AnfangZurück

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