Teenager: Schlechte Laune durch wenig Schlaf

Viele Heranwachsende werden mit Eintreten der Pubertät zu Nachteulen. Dies kann ihr psychisches Befinden negativ beeinflussen, sagen Schlafwissenschaftler.


Veränderte Gefühlswelt durch schlechten Schlaf

Ein Team um Dean Beebe, Professor für Pädiatrie, beobachtete in seiner Studie 97 gesunde Teenager im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Heranwachsenden absolvierten im Schlaflabor je 5 Nächte mit viel und wenig Schlaf. Zwischen den beiden Phasen hatten sie eine zweitägige Erholungspause. Die Teenager machten während der Studie jeden Tag Angaben über ihre Gefühlswelt. Die Wissenschaftler beachteten später in ihrer Auswertung Gefühle wie Wut, Traurigkeit und Nervosität, außerdem Parameter wie Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit und Energie der Jugendlichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Schlafmangel und -unterbrechungen Teenager unabhängig von Geschlecht und ethnischer Herkunft am nächsten Tag schlechtlaunig machen und so auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Heranwachsende die folgende Nacht ebenfalls mit Schlafproblemen zu kämpfen haben. So kann sich schnell ein Teufelskreis entwickeln.


Schlafmangel als Risiko für psychische Erkrankungen

Beebe betont, dass dauerhaft schlechte Gefühlslagen auch zu ernsthaften psychischen Erkrankungen führen können. So haben Unterschiede der Laune und emotionale Fehlsteuerungen Folgen im sozialen Umfeld und Einfluss auf schulische Leistungen. Teenager, die häufig wenig oder schlecht schlafen, haben so ein höheres Risiko, mentale Erkrankungen zu entwickeln als Heranwachsende mit erholsameren Nächten.

Doch auch Teenager mit Schlafproblemen können lernen, die Qualität ihrer nächtlichen Erholungsphasen zu verbessern. So kann es hilfreich sein, seine Schlafhygiene zu verbessern um verkürzten oder unterbrochenen Ruhephasen vorzubeugen. Programme, die Heranwachsenden helfen ihre Schlafqualität zu verbessern, könnten zur Vorbeugung ernsthafter psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen dienen.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Sleep".

Quelle: Dr. Julia Hofmann27.06.16Zum AnfangZurück

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