Tagesmüdigkeit: Stoffwechselstörung?

Wer tagsüber immer müde ist und regelmäßig seinen Mittagsschlaf braucht, könnte ein Stoffwechselproblem haben. Darauf deutet eine aktuelle Untersuchung hin. Mehr als eine Stunde Mittagsschlaf am Tag sind demnach verdächtig.


Tagesmüdigkeit als Hinweis auf Metabolisches Syndrom

Ungeachtet der Tatsache, dass viele Menschen zu wenig schlafen und überdies Schlafstörungen sehr häufig vorkommen: Wer sich jeden Tag übermäßig müde fühlt oder einen längeren Mittagsschlaf braucht, könnte eines oder mehrere Gesundheitsprobleme aufweisen, zeigt eine anlässlich des Jahrestreffens der American College of Cardiology vorgestellte Untersuchung japanischer Wissenschaftler.

Demnach entwickeln von andauernder Müdigkeit Geplagte möglicherweise einen hohen Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, einen hohen Taillenumfang oder einen hohen Blutzucker. Diese Symptome erhöhen das Risiko von Herzerkrankungen und sind Bestandteil des sogenannten Metabolischen Syndroms.

Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichten der Diabetologe Tomohide Yamada und Mitarbeiter der Universität von Tokio eine Untersuchung, die einen Zusammenhang zwischen 60-minütigen oder längeren Mittagsschläfchen und einem um 82 Prozent erhöhten Risiko für eine kardiovaskuläre Erkrankung und einem 27 Prozent erhöhten Todesrisiko nachwies. Wer länger als eine Stunde am Tag Mittagsschlaf hielt, wies überdies ein um 46 Prozent erhöhtes Risiko für die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auf und auch exzessive Müdigkeit ohne Mittagsschlaf erhöhte das Diabetesrisiko um 56 Prozent. Die Gefahr war allerdings deutlich geringer, wenn Betroffene weniger als 30 Minuten am Tag schliefen.


Forscher: Kurzschläfchen sind eher gesund

Jetzt warten die Forscher mit eine Analyse von 21 Studien zum Thema auf. Zugrunde liegen die Daten von über 300.000 Studienteilnehmern. Den Ergebnissen zufolge wiesen Studienteilnehmer, die weniger als 40 Minuten am Tag schliefen, keine erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom auf. Mit einem längeren Mittagsschlaf erhöhte sich die Gefahr von Stoffwechselstörungen jedoch rasant. Das Schlafen von 90 Minuten am Tag oder eine starke Tagesmüdigkeit korrelierten mit einer um 50 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für das Metabolische Syndrom. Kurzschlafzeiten unter 30 Minuten reduzierten das Risiko für die Stoffwechselkrankheit dagegen. Sie könnten laut Wissenschaftler der Gesundheit also eher zuträglich sein.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.04.16Zum AnfangZurück

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