Studie: Mammografie-Screening erfolgreich im Kampf gegen Brustkrebs

Über Nutzen oder Schaden der Brustkrebs-Vorsorge wird seit Jahren hart diskutiert. Gegner befürchten etwa überflüssige Behandlungen nach falschen Diagnosen. Die bisher längste Vorsorgereihe war jedoch erfolgreich.

Im Streit um die Brustkrebs-Vorsorge weist eine neue Studie auf große Erfolge durch das Mammografie-Screening hin. Das Ergebnis der ersten 20 Jahre regelmäßiger Röntgenuntersuchungen in den Niederlanden sei ein «drastischer Rückgang» der Sterberate durch Brustkrebs, berichteten Forscher von der Universität Rotterdam am Mittwoch anlässlich des 8. Europäischen Brustkrebskongresses in Wien.

Im Jahr 2009 habe die Sterberate bei Frauen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren durch Brustkrebs 31 Prozent niedriger gelegen als vor dem Programm in den Jahren 1986 bis 1988. Die Mitautorin Rianne de Gelder erklärte jedoch, dass der beobachtete Rückgang der Sterberate allein durch das Screening und die darauffolgenden Therapien nicht ausreichend erklärt werden könne. Auch neuere Entwicklungen in der Brustkrebsdiagnostik und -behandlung könnten dazu beigetragen haben.

In einer dänischen Studie hatten Wissenschaftler vor zwei Jahren angezweifelt, dass die regelmäßigen Reihenuntersuchungen überhaupt signifikante Verbesserungen bringen würden. Sie kritisierten, Frauen würden eher durch Fehldiagnosen verunsichert.

Die niederländischen Forscher betonten nun, Nachteile wie falsche Feststellungen von Krebs oder falsche Bewertungen der Gefährlichkeit von Tumoren hielten sich in Grenzen. Für eine Frau, die 20 Jahre zur Untersuchung gehe, betrage das Risiko einer Fehldiagnose 6 Prozent Jacques Fracheboud vom medizinischen Zentrum der Uni Rotterdam erklärte: «Wir sind überzeugt, dass die Vorteile des Screeningprogramms gegenüber allen negativen Auswirkungen überwiegen.» Die Ergebnisse seien der «überzeugende Beweis, dass das Programm über die letzten 20 Jahre in den Niederlanden zu einem Rückgang der Brustkrebsmortalität beigetragen hat».

Seit 1990 nahmen in den Niederlanden 2,9 Millionen Frauen der Altersgruppe an dem Screening (engl: systematisches Testverfahren) teil. Aus den 13,2 Millionen Untersuchungen ergaben sich 178 000 Überweisungen und 67 000 Brustkrebsdiagnosen (0,5 Prozent).

Bei einer Mammografie werden Röntgenaufnahmen von der weiblichen Brust gemacht. Ziel ist es, Krebs in einem möglichst frühen Stadium zu entdecken. Ein vergleichbares Programm mit Untersuchungen im Abstand von zwei Jahren gibt es in Deutschland seit 2005. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. 18 000 Frauen sterben in Deutschland jedes Jahr an dieser Krebsart.

Quelle: dpa28.03.12Zum AnfangZurück

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