Stress vor Schwangerschaft - Leichtes Baby

Leidet eine Frau vor der Schwangerschaft unter Stress, beeinflusst dies das Geburtsgewicht ihres Kindes. Kinder traumatisierter oder chronisch gestresster Frauen weisen ein geringeres Geburtsgewicht auf.


Studie enthält Daten von 142 Frauen

Bei Stress schüttet der Körper körpereigenes Kortison aus, das Kortisol. Der Kortisolwert folgt normalerweise tageszeitlichen Schwankungen und ist morgens am Höchsten, um über den Tag abzufallen. Bei manchen Personen aber ist dieser Abfall des Wertes im Tagesverlauf weniger ausgeprägt, was in Zusammenhang mit chronischem Stress und Traumata steht. Chronisch erhöhte Kortisolwerte sind mit der Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Gefäßerkrankungen u. a. verbunden. 

Dass chronischer Stress vor einer Schwangerschaft der Frau sich auf das Geburtsgewicht ihres Kindes auswirkt, ist das Ergebnis einer Untersuchung von Psychologen der University of California in Los Angeles. Sie hatten die Daten von 142 Frauen ausgewertet, die an der sogenannten "Community Child Health Network"-Studie teilgenommen hatten. Diese Studie hatte zum Ziel, die Auswirkungen von chronischem Stress auf die Eltern und deren Kinder zu untersuchen.

Die ausgewählte Frauengruppe hatte im Rahmen der Studie Speichelproben abgegeben, in denen sich der Kortisolspiegel messen ließ, und war außerdem während der Studienzeit wieder schwanger geworden. 


Stresshormon beeinträchtigt Entwicklung des Ungeborenen

Frauen mit einem geringeren Abfall von Korstisol über den Tag, die dann schwanger wurden, tendierten dazu, Kinder mit geringerem Geburtsgewicht zu gebären. Laut Forscher waren die gleichen Kortisollevel, die man bei chronischem Stress findet, auch mit einem geringeren Gewicht des Babys bei der Geburt verbunden.

Der mütterliche Kortisolwert spielt für die Entwicklung des ungeborenen Kindes eine wichtige Rolle. Sind die Werte abnormal hoch, kann das die Durchblutung beeinträchtigen, sodass das Baby zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe erhält. Dieser Zusammenhang war bereits vor der Studie bekannt, nicht jedoch, dass bereits Stress vor der Schwangerschaft eine folgende Schwangerschaft beeinflusst.

Für Frauen sei es wichtig, Depressionen und Stress bereits vor einer geplanten Schwangerschaft behandeln zu lassen, so die Studienautoren. Zudem sollten sie körperlich aktiv sein und nicht rauchen. Auch eine familiäre Unterstützung sei bedeutsam, um in bestmöglicher gesundheitlicher Verfassung zu sein, wenn es zu einer Schwangerschaft kommt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.04.16Zum AnfangZurück

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