Stottern nicht nur ein Sprachproblem?

Die meisten glauben, Stottern ist ein motorisches Problem. Forscher fanden jetzt heraus, dass Stotterer auch Probleme haben, Rhythmen wahrzunehmen. Diese Störung hindert sie auch daran, den Sprachrhythmus aufrecht zu erhalten. Diese Erkenntnis könnte vielen Menschen, die stottern, helfen.

 

 

Weniger Stottern mit vorgegebenem Rhythmus

 

Etwa 70 Millionen Menschen weltweit stottern. Bei 70 bis 80 Prozent der kleinen Kinder handelt es sich um eine vorübergehende Sprachstörung, die nicht behandelt werden muss. Bleibt das Stottern über längere Zeit bestehen oder verschlimmert sich, ist jedoch eine Behandlung nötig. Forscher der Michigan State University zeigen, dass die Sprachprobleme beim Stottern mit der Wahrnehmung von Rhythmus zu tun hat. Daraus ist möglicherweise eine Behandlungsoption abzuleiten.

 

Dass der Sprachfluss bzw. der Sprechrhythmus für Stotterer bedeutsam ist, darauf weisen Untersuchungen hin, bei denen stotternde Patienten dem Rhythmus eines Metronoms folgend sprechen sollten. Mit dem Taktgeber verbesserte sich auch der Sprachfluss.

 

 

Wahrnehmung von Rhythmus trainieren

 

In der aktuellen Studie ließen die Wissenschaftler stotternde und nicht stotternde Kinder einen Trommelrhythmus hören. Stotternde Kinder konnten verschiedene Rhythmen schlechter unterscheiden als jene ohne Sprachprobleme.

 

In einem weiteren Schritt wollen die Forscher das Verhalten der Kinder mit bildgebenden Untersuchungen des Gehirns verbinden, um festzustellen, welche Vernetzungen im Gehirn von Stotterern für die Wahrnehmungsstörung verantwortlich sind.

 

Zukünftige Behandlungen könnten sich deshalb nicht nur auf das Sprechen, sondern auch auf die Rhythmuswahrnehmungsstörung konzentrieren und diese trainieren.  

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.06.15Zum AnfangZurück

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