Stottern: Blutfluss im Gehirn verändert

Stotternde Menschen leiden unter den Folgen ihrer Sprachstörung oft ein Leben lang. Einer möglichen Ursache für den gestörten Sprachfluss kamen Wissenschaftler aus Los Angeles nun auf die Spur. Ihre Ergebnisse sind bisher weltweit einzigartig.


Blutfluss im Hirn verändert

Bradley Petersons Team im Children's Hospital in Los Angeles untersuchten in ihrer Studie die Hirnaktivität stotternder Erwachsener und Kinder mithilfe der Protonen-Magnet-Resonanz-Spektrographie. Das Verfahren ermöglicht es, den Blutfluss unterschiedlicher Hirnareale darzustellen und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen. Bei den Untersuchungen fiel auf, dass vom Stottern Betroffene eine verringerte Durchblutung in den Teilen des Frontallappens aufwiesen, die für die Formung von Sprache zuständig sind.

Da die Durchblutung einer Hirnreagion maßgeblich mit ihrer Aktivität zusammenhängt, schlossen die Wissenschaftler aus den Ergebnissen ihrer Messungen, dass das Sprachzentrum bei stotternden Menschen offenbar weniger aktiv ist als bei Personen, die keine Probleme mit dem Sprachfluss haben. Was die verminderte Durchblutung verursacht ist jedoch noch unklar. 


Schwere der Durchblutungsstörung und des Stotterns korrelieren

Weiterhin stellten die Forscher fest, dass Probanden, die eine besonders starke Verminderung der Durchblutung in den für die Sprachbildung und -verarbeitung zuständigen Bereichen des Frontallappens zeigten, auch eine besonders schwere Ausprägung der Sprachstörung zeigten.

Diese Ergebnisse sind weltweit völlig neu und das Aufklären der Mechanismen, die die Durchblutungsstörung im Gehirn verursachen, könnte zukünftig möglicherweise helfen, der Entstehung der Sprachstörung entgegenzuwirken. Sollte es Möglichkeiten geben, die Durchblutung im Hirn therapeutisch positiv zu beeinflussen, könnte dies den Leidensdruck vieler Menschen, die unter Stottern leiden, senken und ihnen helfen, selbstbewusster mit Mitmenschen zu interagieren.

Peterson und sein Team publizierten ihre neue Studie im Fachjournal "Human Brain Mapping". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.01.17Zum AnfangZurück

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