Stoff aus Chilischoten stoppt Brustkrebs

Was Chilischoten so scharf macht, könnte auch gegen eine Form des Brustkrebses wirksam sein, so Wissenschaftler der Universität Bochum. Sie entdeckten an Brustkrebszellen Riechrezeptoren, die auf Schärfe empfindlich reagieren.


Rezeptor-negativer Brustkrebs gilt als aggressiv

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Dabei gibt es verschiedene Formen des Brustkrebses, die auf verschiedene Arten der Behandlung reagieren. Diese Brustkrebssubtypen unterscheiden sich durch das Vorhandensein oder Fehlen von drei Rezeptoren auf den Krebszellen, die Brustkrebs fördern. Die Rezeptoren binden sich an Östrogen, Progesteron und einem Wachstumsfaktor (HER2). Östrogen und Progesteron sind weibliche Geschlechtshormone. Das Wachstum der Krebstumoren wird durch die Hormone beziehungsweise den Wachstumsfaktor gefördert.

Eine bestimmte Form des Brustkrebses besitzt keine der drei Rezeptoren. Der sogenannte „Triple-negative Brustkrebs“ wächst besonders aggressiv und ist nur schwer zu behandeln. In Frage kommt lediglich eine Chemotherapie.


Capsaicin aus Chilischoten legt Zellen lahm

Die Forscher aus Bochum entdeckten in Zellkulturen an den Zellen dieses besonders aggressiven Brustkrebses nun klassische Riechrezeptoren. Einer der Riechrezeptoren reagierte empfindlich auf den Stoff in der Chilischote, der Chili so scharfmacht. Eine mehrtägige Behandlung der Zellen mit Capsaicin hemmte das Wachstum des Krebses und sorgte darüber hinaus für ein vermehrtes und schnelleres Absterben der Krebszellen. Überlebende Krebszellen waren zudem weniger schnell beweglich als vor der Behandlung mit der Substanz aus Chili. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich nicht so leicht Metastasen bilden, so die Forscher.

Die Forscher erklären, dass die Aufnahme von Capsaicin über die Nahrung oder das Atmen nicht ausreichen würde, um den Krebs zu bekämpfen. Könnten aber medizinische Wirkstoffe entwickelt werden, die den Riechrezeptor aktivieren, wäre das möglicherweise eine neue und wirksame Behandlung für diese Art des Brustkrebses.

Es gibt bereits ein ähnliches Medikament, das sich gegen Hirntumoren von Mäusen wirksam erwiesen hat. Der chemische Aufbau ähnelt dem von Capsaicin. Aufgrund der schweren Nebenwirkungen kann es aber nicht beim Menschen eingesetzt werden. 

Die Forscher veröffentlichten ihre Studie in "Breast Cancer: Targets and Therapy".

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.01.17Zum AnfangZurück

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