Stillen schützt vor Diabetes

Stillen kommt nicht nur der Gesundheit des Kindes zugute, auch Mütter mit Schwangerschaftsdiabetes profitieren. Sie können das Risiko einer späteren Zuckerkrankheit halbieren.

 

 

Schwangerschaftsdiabetes erhöht Diabetesrisiko bis zu siebenfach 

 

Die Diagnose einer Schwangerschaftsdiabetes erhalten werdende Mütter, wenn sie in der Schwangerschaft hohe Blutzuckerwerte entwickeln. Dies geschieht oftmals um die 24. Schwangerschaftswoche. Bei Schwangerschaftsdiabetes handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Stoffwechselerkrankung in der Schwangerschaft; diese betraf im Jahr 2011 4,4 Prozent der Schwangeren. Seit 2012 gehört die Untersuchung auf die Erkrankung zur Schwangerschaftvorsorge. Besonders betroffen sind Frauen, die über 35 Jahre alt sind, übergewichtig sind und bereits in der Familie Fälle einer Diabeteserkrankung aufweisen.

 

In den USA sind fünf bis neun Prozent der schwangeren Frauen betroffen. Laut Epidemiologen vom Kaiser Permanent in Oakland tragen Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko, später eine manifeste Zuckerkrankheit zu entwickeln.

 

 

Forscher ermutigen Frauen zum Stillen

 

In einer aktuellen Studie untersuchten sie den Einfluss des Stillens auf das spätere Diabetesrisiko an über 1.000 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, die an einer dreijährigen Diabetesstudie teilgenommen hatten. Untersuchungen wurden wenige Wochen nach der Geburt sowie ein und zwei Jahre danach vorgenommen. Die Frauen machten bis zu einem Jahr nach der Geburt Angaben zum Stillverhalten.

 

Innerhalb von zwei Jahren hatten zwölf Prozent der Frauen Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt, so das in den "Annals of Internal Medicine" veröffentlichte Ergebnis. Im Vergleich zu Frauen, die ihre Kinder sechs bis neun Wochen nach der Geburt ausschließlich mit Babynahrung fütterten, wiesen Frauen, die in den ersten zwei Monaten nur stillten, ein um 35 bis 57 Prozent geringeres Risiko für eine spätere Diabeteserkrankung innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Geburt auf. Das Risiko war zusätzlich in Abhängigkeit der Intensität des Stillens und der Stilldauer reduziert. Für die Wissenschaftler sind die aktuellen Studienergebnisse ein weiterer wichtiger Grund, Frauen zu ermutigen, ihre Kinder zu stillen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.12.15Zum AnfangZurück

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