Starkes Immunsystem senkt Herzinfarktrisiko

Wer ein starkes Immunsystem hat, erleidet möglicherweise weniger wahrscheinlich einen Herzinfarkt, zeigt eine aktuelle Studie. Das betrifft offenbar auch Patienten mit einem hohen Blutdruck. Antikörper sollen verantwortlich sein.


Immunsystem beeinflusst Herzinfarktrisiko – trotz hohem Blutdruck

Menschen mit hohem Blutdruck (Hypertonie) könnten seltener einen Herzinfarkt entwickeln, wenn sie bestimmte Antikörper aufweisen und ein starkes Immunsystem haben. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Empirial College London in einer Studie, die sie im Journal "EbioMedicine" veröffentlichten. Demnach zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Menge bestimmter Antikörper (IgG) und dem Herzinfarktrisiko.

"Der Zusammenhang ist sehr interessant", so Kardiologe Ramzi Khamis, "vielleicht lassen sich anhand einer Untersuchung Patienten herausfiltern, die ein erhöhtes Risiko für ein Herzereignis haben." Dies ließ sich dann frühzeitig behandeln. Der Herzinfarkt gilt weltweit als die führende Todesursache. In den USA ist einer von vier Todesfällen dem Herzinfarkt zuzurechnen. Bluthochdruck gilt als Risikofaktor für den Herzinfarkt, denn er führt zu Gefäßveränderungen und -verengungen. Ein Herzinfarkt entsteht, wenn der Herzmuskel zu wenig durchblutet wird. Ursache sind verengte Herzkranzgefäße. 



Cholesterinwert fällt bei starkem Immunsystem nicht ins Gewicht

Zugrunde liegt eine Untersuchung von über 19.000 Patienten mit Bluthochdruck und hohem Herzinfarktrisiko aus England, Irland und nördlichen Ländern. Diese hatten an der großen "Angelo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial (ASCOT)" teilgenommen. Die Forscher untersuchten das Blut auf Antikörper und einem bestimmten Fetteiweiß, dem Low Density Lipoprotein (LDL). Dieses Eiweiß ist als "schlechtes" Cholesterin bekannt. Es gilt als Risikofaktor für die Arteriosklerose.

Es zeigte sich, dass ein geringeres Herzinfarktrisiko vor allem mit höheren Werten des Antikörpers IgG zusammenhing. Der Zusammenhang zeigte sich unabhängig von anderen Risikofaktoren wie hohem Blutdruck oder Cholesterinwert. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.06.16Zum AnfangZurück

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