Sportbrillen

Große Sätze macht die deutsche Brillenindustrie daheim nicht, eher solides Wachstum - auch weil viele Menschen ihre Brille lange tragen. Impulse erhofft sich die Branche von Trends wie dem Outdoor- und Sportgeschäft - sie sollen helfen, mehr Sehhilfen zu verkaufen.

München (dpa) - Die deutsche Brillenindustrie hofft angesichts des boomenden Sport- und Outdoorgeschäfts auf ein Stück vom Kuchen. Gerade der Markt für Sportbrillen sei hierzulande unterentwickelt. Mehr als die Hälfte aller sporttreibenden Brillenträger nutzten keine Spezialbrillen beim Wandern, Spielen oder Radfahren, sagte der Chef des Branchenverbands Spectaris, Josef May, am Freitag zum Start der Fachmesse Opti in München. Dabei sei eine Sportbrille kein bloßes Accessoire, sondern ein wichtiger Teil der Ausrüstung, sagte May.

Viele Menschen kauften sich für jedes Hobby eigens Bekleidung, Schuhe und Ausrüstung. Nur bei der Brille würden Kompromisse gemacht. Das Potenzial für die Branche sei riesig. «Das heißt, dass 15,6 Millionen Menschen eine optische Sportbrille oder Kontaktlinsen für mehr Leistung und mehr Sicherheit benötigen würden», sagte May. Brillenindustrie und Optiker beklagen seit langem, dass die Deutschen oft nur eine Brille kauften und diese jahrelang tragen würden. Dennoch ist die Branche mit dem vergangenen Jahr zufrieden und hofft 2013 auf ein deutliches Umsatzplus von etwa 4 Prozent im Inland.

Im vergangenen Jahr blieb der Umsatz der augenoptischen Industrie in Deutschland stabil und legte mit einem Plus von 1 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro zu. «Im vergangenen Jahr haben wir in Deutschland nicht unbedingt einen Kaufrausch erlebt», sagte May. Dennoch sei er ganz zufrieden. Schwierig bleibe die Lage in den von der Euro-Krise besonders getroffenen Ländern. Dank der erneut besseren Geschäfte außerhalb Europas kletterte der Umsatz weltweit um 3 Prozent auf 3,95 Milliarden Euro, wie May erklärte.

Die Branche mit in Deutschland etwa 150 Betrieben und gut 21 000 Beschäftigten verdient knapp die Hälfte ihres Geldes im Ausland. Der weitaus größte Teil des Exports geht in EU-Staaten, die Ausfuhren nach Asien legen aber deutlich zu. Die Optiker allerdings blicken mit gemischten Gefühlen auf 2013 und erwarten laut einer Umfrage des Zentralverbands der Augenoptiker eher ein stagnierendes Geschäft. Vielen Betrieben macht zunehmend der Einzelhandel Konkurrenz, der verstärkt günstige Brillen anbietet - und damit den ohnehin scharfen Preiskampf mit Ketten wie Fielmann oder Apollo weiter verschärft.

Quelle: dpa06.06.13Zum AnfangZurück

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