Depression: Bewegung hebt die Stimmung

Die wohltuende Wirkung von Sport und Bewegung bei Depression ist bekannt. Dennoch tun sich gerade depressive Menschen oftmals schwer, aktiv zu werden. Viele wünschen sich dabei Unterstützung, zeigt eine US-Untersuchung.


Die meisten depressiven Patienten möchten sich mehr bewegen

Behandler, aber auch Patienten selbst sollten mehr Wert auf körperliche Aktivität als Therapie von Depressionen legen, ergab eine Studie. Fast 300 im Krankenhaus aufgrund von Depressionen behandelten Patienten gaben in einer Befragung mehrheitlich an, körperlich aktiver sein zu wollen, wenn dies ihrer Stimmung zugutekäme. Forscher der Michigan State University hatten die Patienten befragt.

Demnach gaben 85 Prozent der Befragten an, körperlich aktiver sein zu wollen. 80 Prozent glaubten, Bewegung könnte die Schwere der Symptome wie Angst und gedrückte Stimmung günstig beeinflussen. Fast die Hälfte sprach sich für ein einmaliges Treffen mit anderen Betroffenen und dem Therapeuten aus, um Anleitungen zur Bewegung zu erhalten.

Körperliche Aktivität sei geeignet, leichte bis mäßige Depressionen und Ängste zu lindern, so die Forscher. Nach gegenwärtigen Empfehlungen sollten sich Erwachsene an fünf Tagen pro Woche 30 Minuten lang bewegen. Doch viele Menschen sind deutlich weniger aktiv.


Forscher fordern Sport als Bestandteil der Depressionsbehandlung

In der Befragung gaben 50 Prozent der Depressionspatienten an, ihre Stimmung halte sie von mehr körperlicher Aktivität ab. Hier könnten Therapeuten einen wichtigen Beitrag leisten und zum Beispiel Bewegungsprogramme innerhalb der Klink anbieten, so die Wissenschaftler. 

In die Behandlung von Depressionen sollten Bewegungsprogramme integriert werden. Behandelnde Ärzte sollten die Bedeutung von körperlicher Aktivität ansprechen und helfen, an Bewegungsprogrammen teilnehmen zu können. Über die Hälfte der befragten Patienten mit Depressionen meldeten Interesse an einem Personal Trainer an und waren auch bereit, hierfür etwas Geld zu investieren.

Bewegung und Sport werde in der Behandlung von Depressionen oftmals zu wenig berücksichtigt, so die Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.11.17Zum AnfangZurück

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