Sport: Von null auf 100?

Hoch intensive Sporteinheiten oder kurze extreme Höchstleistungen versprechen einen optimalen Kalorienverbrauch in kurzer Zeit. Für Untrainierte sei das aber nicht gesund, so ein Forscherteam.


Hochintensives Training für Ungeübte?

Ein aktiver Lebensstil ist oftmals gleichzeitig auch ein gesunder Lebensstil. Extremformen des Workouts sollte man aber besser jenen überlassen, deren Körper auf Extrembelastungen vorbereitet, also trainiert sind. Diesen Schluss lassen Studienergebnisse von Wissenschaftlern aus Kanada und Schweden zu. Denn egal, ob jemand rasch sehr schlank werden möchte oder einfach möglichst schnell und in kurzer Zeit viele Kalorien verbrauchen will, moderne Sportkonzepte beinhalten oftmals fragwürdige hochintensive Sporteinheiten, die gesundheitlich bedenklich sind.

Intensives sportliches Training kann das Wachstum von Mitochondrien stimulieren und die Kapazität des Körpers steigern, Sauerstoff zu verbrauchen. Dies verbessert die kardiovaskuläre Fitness und Kraft, was Herzkreislauferkrankungen und Übergewicht vorbeugen kann. 

Wer sich jedoch ohne kurzzeitige Vorbereitung etwa durch Aufwärmen oder langfristige Vorbereitung wie einem langsamen Muskelaufbau hochintensiven körperlichen Belastungen aussetzt, kann seinem Körper Schaden zufügen, so Robert Boushel der University of British Columbia's School of Kinesiology in Kanada. Er untersuchte Gewebeproben von zwölf Freiwilligen. Alle Teilnehmer waren gesund, beschrieben sich selbst aber eher als untrainiert und allenfalls moderat körperlich aktiv. 


Überlastung von Muskelzellstoffwechsel bei Untrainierten

Die Probanden nahmen zwei Wochen lang an einem hochintensiven Sportprogramm teil, das aus sich wiederholenden 30-Sekunden-Sprints, gefolgt von Ruhephasen, bestand. Die Forscher beobachteten zudem die Stressreaktionen von Muskelgewebe nach hochintensivem Radfahrtraining für Arme und Beine.

Tests ergaben, dass die Mitochondrien, die ja als Kraftwerk der Zelle gelten, nach dem Training nur eingeschränkt funktionierten. Ihre Fähigkeit Sauerstoff zu verwerten und sich gegen freie Radikale zu schützen, war begrenzt. Freie Radikale sind molekulare Verbindungen, die die Erbinformation einer Zelle verändern und diese damit schädigen können. Mögliche Folgen können zum Beispiel vorzeitige Alterung sein, aber auch die Entstehung von Krebs.

Untrainierten empfehlen die Wissenschaftler deshalb sportliche Aktivitäten langsam zu beginnen und diese langsam aufzubauen. Sport sollte außerdem unter der Betreuung und Verantwortung eines Profis betrieben werden. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.04.16Zum AnfangZurück

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