Sport im Geist gegen Muskelschwund

Ist es möglich, dass allein die Vorstellung von Bewegung gegen Muskelabbau hilft? Offenbar ja - und das ist besonders für Menschen interessant, die sich für längere Zeit nicht ausreichend bewegen können wie etwa nach einem Schlaganfall, zeigt eine im "Journal of Neurophysiology" veröffentlichte Studie. Dieses nicht ganz neue Konzept nutzen auch professionelle Athleten.

 

 

Sport im Geist

 

Erstmals wiesen Forscher aus Ohio in den USA nach, dass allein die Vorstellungskraft die Abnahme der Muskelkraft nach einer langen Zeit der Inaktivität reduzieren bzw. stoppen kann. Dies hat für die Wissenschaft und Rehabilitation große Bedeutung.

 

Die Hirnrinde koordiniert und kontrolliert die Bewegung von Muskeln. Der Zusammenhang zwischen Hirnrinde und Muskelkraft war bislang unklar. Die Forscher untersuchten eine Gruppe gesunder Menschen. Diese unterzogen sich einer vierwöchigen Ruhigstellung des Handgelenks durch Tragen eines Gipses. Eine weitere Gruppe von Probanden unterzog sich ebenfalls der Ruhigstellung, absolvierte aber fünfmal pro Woche imaginäre Muskelübungen im Sinne einer starken Anspannung von Muskeln. Eine dritte Kontrollgruppe erhielt keinerlei Intervention.

 

 

Vorstellung aktiviert Hirnrinde

 

Vor, kurz nach und eine Woche nach der Ruhigstellung wies die Gruppe mit geistigem Training einen geringeren Muskelkraftverlust auf als die anderen Gruppen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass neurologische Mechanismen auf der Ebene der Hirnrinde zu dem durch eine Ruhigstellung von Muskeln bedingten Kraftverlust beitragen. Die Vorstellungskraft von Aktivität kann die Hirnrinde aktivieren und die Muskelkraft erhalten. Die Forscher ziehen den Vergleich zwischen einer Marionette, die den Muskeln entspricht, und den die Puppe bewegenden Fäden, die für die Hirnrinde stehen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.12.14Zum AnfangZurück

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