Sport hilft bei Schizophrenie

Bewegung und Sport kommen der Gesundheit aller zugute. Sport ist auch bei mentalen Krankheiten wirksam. Eine Studie zeigt, dass auch schizophrene Patienten profitieren.


Forscher suchen Belege für Nutzen von Sport

Die Schizophrenie ist eine mentale Erkrankung, an der etwa ein Prozent der Bevölkerung erkranken. Symptome sind Halluzinationen, Wahn, gestörte Denkprozesse und andere Beschwerden wie Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen. Eine Heilung der Erkrankung ist nicht möglich, jedoch lassen sich Symptome lindern und beeinflussen. Es kommen antipsychotisch wirksame Medikamente und psychosoziale Therapien zum Einsatz.

Wissenschaftler der University of Manchester in Großbritannien fanden jetzt heraus, dass an Schizophrenie Erkrankte auch von Sport im aeroben Bereich profitieren. Offenbar sind durch Bewegung Verbesserungen der kognitiven Funktion möglich. Die kognitiven Prozesse umfassen alle informationsverarbeitenden Prozesse im Gehirn einschließlich Wahrnehmung und Denkvermögen. Zu dem Nutzen von Sport bei der Schizophrenie gab es schon verschiedene Studien, klare Belege aber fehlten bislang.


Kann Bewegung den Krankheitsverlauf beeinflussen?

Die englischen Wissenschaftler analysierten deshalb die Daten aus zehn kontrollierten Studien mit 385 Schizophreniepatienten, die durchschnittlich neben ihrer üblichen Therapie zwölf Wochen lang Sport trieben. Den Ergebnissen zufolge konnte die körperliche Aktivität zu signifikanten Verbesserungen im Bereich der Aufmerksamkeit, der sozialen Wahrnehmung und Urteilsbildung (soziale Kognition) sowie der Fähigkeit, soziale Situationen zu verstehen, führen. Die größten Verbesserungen ließen sich bei Studienteilnehmern nachweisen, die viel Sport trieben.

"Wir suchen immer nach Wegen, diese Aspekte der Erkrankung zu behandeln", so die Wissenschaftler, "es mehren sich die Hinweise, dass die Lösung in Bewegung und Sport liegt." Mit ihrer Studie liefern sie einen ersten beweiskräftigen Hinweis auf die Bedeutung von körperlicher Aktivität auch für schizophrene Patienten. Möglicherweise ließe sich sogar der langfristige Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen, wenn Sport in einer frühen Krankheitsphase einsetzt, vermuten die Forscher. Sie veröffentlichen ihre Studie im "Schizophrenia Bulletin".

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.08.16Zum AnfangZurück

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