Spinnenphobie einfach bekämpfen

Die Angst vor Spinnen ist verbreitet und manch einer entwickelt sogar eine Spinnenphobie. Oftmals besteht die Störung lebenslang. Eine einfache Behandlung könnte helfen, die Angst deutlich zu reduzieren, fanden schwedische Forscher heraus.


Schwedische Forscher schwächen Angsterinnerungen

Wer gerade schlafen gehen will und dabei eine Spinne beobachtet, wie sie schnell ins Dunkel unter das Bett verschwindet, wird mindestens ein mulmiges Gefühl haben, aber vielleicht auch kein Auge zutun. Manch einer hat auch so große Angst, dass jede kleine Spinne zu einer psychischen Belastungsprobe wird. Spinnenphobiker erleben ihre Angst als sehr belastend. Eine aktuelle Studie in "Current Biology" ergab, dass eine einfache Art der Expositionsbehandlung Ängste nehmen kann, sodass mit der Angst besser umgegangen werden kann.

Die Expositionstherapie ist geeignet, um Phobien zu behandeln. Bestandteil der Behandlung ist, angstmachenden Situationen oder im Falle der Spinnenphobie den Tieren ins Gesicht zu sehen und mit ihnen konfrontiert zu werden. Die Erfahrung, dass nichts passiert, körperliche Reaktionen nicht gefährlich sind und die Situation sicher ist, soll zu positiven Erinnerungen führen. Diese ersetzten dann frühere negative Erinnerungen und Erfahrungen.

Schwedische Wissenschaftler der Uppsala Universität und des Karolinska Instituts glauben nun eine Behandlungsmethode gefunden zu haben, die nachhaltig wirkt. Die Forscher wollten sehen, ob eine Expositionstherapie effektiver wirkt, wenn die Wiederherstellung angstmachender Erinnerungen unterbrochen wird, indem sie vorher geschwächt werden. 


Erst "Miniexposition", dann stärkere Reize

In einem Experiment wurden Menschen, die bereits lebenslang an einer Spinnenphobie litten, mit Bildern von Spinnen konfrontiert. Dabei maßen die Forscher die Aktivität des Gehirns im Bereich der Amygdala, die für Emotionen und Angst eine Rolle spielt. Die Wissenschaftler aktivierten die Angsterinnerung mit einer "Mini-Exposition", indem sie den Studienteilnehmern Spinnenbilder zeigten, dann pausierten und zehn Minuten später die phobischen Patienten stärkeren Reizen durch Bilder aussetzten. Am nächsten Tag sahen sich die Studienteilnehmer die Bilder erneut an.

Jetzt war die Hirnaktivität in der Amygdala deutlich geringer, was eine Abnahme der Angst vermuten ließ. Damit einher ging auch ein Rückgang des Vermeidungsverhaltens der Spinnenphobiker. Selbst wenn eine Phobie schon sehr lange besteht, könnte die Behandlung wirksam sein, so die Forscher. Sie vermuten, dass ihre Behandlung auch für andere Phobien und Angststörungen infrage kommt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.09.16Zum AnfangZurück

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