Sorgt HIV für Hörverschlechterung?

Menschen mit einer HIV-Infektion haben infolge des Immundefekts verschiedene Gesundheitsrisiken. Offenbar beeinflusst die Virusinfektion auch das Gehör, ergab eine Untersuchung aus Kalifornien. Demnach hören HIV-Patienten sowohl tiefere als auch höhere Frequenzen schlechter als Menschen ohne HIV-Infektion.

 

 

Hörverlust: Ursache bislang unklar

 

HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) ist ein Virus, welches das Immunsystem schädigt und so Betroffene für Infektionen und Erkrankungen anfällig macht. Gegenwärtig gibt es keine Heilung, aber eine Kombination aus Medikamenten kann die Vermehrung des Virus verlangsamen. Die Behandlung ist als hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) bekannt.

 

Bislang war wenig über die Verbindung zwischen HIV-Infektion und Hörverlust bekannt. In den wenigen bislang vorliegenden Untersuchungen blieb unklar, ob der häufiger gefundene Hörverlust möglicherweise der Erkrankung selbst oder der Therapie zuzuschreiben ist.

 

 

Schlechteres Hören aller Frequenzen

 

Forscher der San Diego State University of California untersuchten nun, ob Krankheitsvariablen oder die Behandlung mit Veränderungen der Hörschwelle einhergehen. Die Hörschwelle sind die gerade noch wahrgenommenen Töne verschiedener Frequenzen. An der Studie nahmen 262 Männer (44,7 Prozent mit HIV-Infektion) und 134 Frauen (78,4 Prozent mit HIV-Infektion) teil.

 

Die Tonschwellen bei HIV-Infizierten waren demnach bei hohen und niedrigen Frequenzen höher als bei nichtinfizierten Menschen, was auf ein schlechteres Gehör hindeutet. Zwischen krankheitsbezogenen Variablen und schlechtem Gehör ließ sich kein Zusammenhang nachweisen, auch nicht zwischen Therapie und Gehör, heißt es in der Veröffentlichung im amerikanischen Ärzteblatt "JAMA ".

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.01.15Zum AnfangZurück

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