Sonne: Gefährlich für Fruchtbarkeit und Lebensdauer?

Die Sonne spendet Wärme und ist für das Leben auf der Erde unverzichtbar. Eine aktuelle Forschungsarbeit warnt jedoch vor negativen gesundheitlichen Konsequenzen der ultravioletten (UV-) Strahlung für Frauen: Die Fruchtbarkeit könnte über Generationen herabgesetzt sein und auch die Lebensspanne könnte herabgesetzt sein.

 

 

Forscher: Sonne ist kein Lebensspender beim Menschen

 

Sonnenaktivität und UV-Strahlung bergen möglicherweise ungeahnte Risiken, wie eine Untersuchung von norwegischen Forschern zeigt. Im Journal "Proceedings of the Royal Society B" schreiben sie, dass eine hohe UV-Strahlung sich merklich auf die menschliche Fruchtbarkeit und Sterblichkeit auswirkt.

 

Die Forscher hatten Kirchenregister der Jahre 1750 bis 1900 zweier Gebiete in Norwegen untersucht und verschiedene Daten wie Alter bei Geburten von Kindern, Anzahl der Kinder und Überleben, Anzahl der Kinder, die später heirateten und Anzahl der Kinder, die selbst Kinder bekamen.

Diese Daten ließen sich mit Umweltdaten dieses Zeitraumes in Verbindung bringen. Dabei zeigte sich, dass Kinder, die in Jahren mit hoher Sonnenaktivität geboren worden waren, ein höheres Todesrisiko aufwiesen als Kinder, die zur Zeit geringerer Sonnenaktivität zu Welt gekommen waren.

 

 

Schwangere sollten sich vor Sonne schützen

 

Die Sonnenaktivität maßen die Wissenschaftler anhand der Sonnenflecken, die auf der Oberfläche der Sonne zu beobachten sind. Diese wechseln in einem 11-Jahre-Zyklus, dabei folgen auf acht Jahre geringer Aktivität drei Jahre hoher Aktivität. Je größer die Sonnenaktivität, desto höher ist die UV-Strahlung auf der Erde.

 

Die Forscher fanden auch heraus, dass die Lebenszeit von während hoher Sonnenaktivität geborener Kinder durchschnittlich 5,5 Jahre kürzer war als die der Kinder, die in Jahren mit geringer Sonnenaktivität geboren worden waren. Unterschiede in der Sterblichkeit waren vor allem für die ersten beiden Lebensjahre auszumachen.

 

Ein weiteres Ergebnis ist, dass Kinder mit Geburt bei hoher Sonnenaktivität in der Tendenz selbst weniger Kinder bekamen, die sich ihrerseits auch seltener fortpflanzten. Besonders betroffen waren Frauen mit niedrigem sozioökonomischem Status. Die Erklärung dafür könnte sein, dass ärmere Frauen häufiger Feldarbeit verrichten mussten.

 

Auch wenn die Wissenschaftler nicht mit definitiven Erklärungen für die Ergebnisse aufwarten können, warnen sie Frauen besonders während der Schwangerschaft, sich Sonnenbädern auszusetzen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.01.15Zum AnfangZurück

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