Sommerzeit und Grillen: Durchfällen vorbeugen

Im Sommer kommt es vermehrt zu Magen-Darm-Erkrankungen. Schuld ist die erhöhte Temperatur. Keime auf Lebensmitteln vermehren sich schneller. Deshalb sollte man beim Grillen Vorsicht walten lassen, zeigt eine aktuelle Studie zu meldepflichtigen Magen-Darm-Erkrankungen. Wichtig ist, Fleisch immer gut durchzugaren. Auch die Lagerung von Lebensmitteln ist bedeutsam.


Salmonellen und Camphylobakter: Infektionen bei Wärme häufiger

Warum mit den zunehmenden Außentemperaturen im Sommer Magen-Darm-Erkrankungen in Europa zunehmen, war bislang unklar. Lebensmittelwissenschaftler der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und der Lebensmittelüberwachung kamen der Ursache jetzt auf die Spur. Ergebnisse veröffentlichten sie im Journal "Scientific Reports".

Sie nutzten Daten gemeldeter Krankheitsfälle von Salmonellen und Camphylobakterinfektionen des Robert Koch Instituts (RKI) und setzten diese in Beziehung zu den Außentemperaturen.
Es zeigte sich, dass Infektionen bei ansteigenden Temperaturen vermehrt, etwa fünf Wochen verzögert, auftreten. 


Fleisch durchgaren, Lebensmittel kühl lagern!

Infektionen mit Salmonellen und Camphylobakter sind über tierische Lebensmittel übertragbar; Milch, Eier und Fleisch können die Quelle sein. Vermehrte Salmonelleninfektionen im Sommer lassen sich möglicherweise mit der Grillsaison erklären und damit, dass Fleisch nicht durchgegart wurde. Grundsätzlich sollten Lebensmittel tierischen Ursprungs kühl gelagert werden, damit sich Salmonellen nicht so leicht vermehren können.

Camphylobakter vermehren sich wahrscheinlich nicht auf Lebensmitteln. Doch findet sich der Keim vor allem in Geflügel-Tierhaltungen und auf Geflügel. Auch hier ist es wichtig, Geflügel gut durchzugaren, bevor es verzehrt wird. 

Die Daten des RKI spiegeln wahrscheinlich nicht alle Infektionen wider. Viele Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden gehen nicht zum Arzt oder der Keim wird nicht nachgewiesen. Infektionen mit Salmonellen und Camphylobakter sind meldepflichtig.

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.07.16Zum AnfangZurück

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