Sitzen geht Diabetikern auf die Augen

Das viele Sitzen der meisten Menschen wird für eine Reihe von gesundheitlichen Problemen verantwortlich gemacht. Sitzen setzt auch der Netzhaut von Diabetikern zu, zeigt eine aktuelle Studie von US-Forschern. Ursache ist wahrscheinlich eine Schädigung des Herzkreislaufsystems durch Bewegungsmangel.


Zusammenhang: Diabetische Netzhauterkrankung und Bewegungsmangel

Schäden an der Netzhaut des Auges stellen sich bei Diabetespatienten häufig ein. Die als diabetische Retinopathie bekannte Erkrankung beeinträchtigt das Sehvermögen und kann sogar zur Erblindung führen. Rechtzeitig erkannt und behandelt lässt sich das Fortschreiten der Netzhautschäden jedoch bremsen. Allerdings verursacht die Krankheit oftmals lange Zeit keine Beschwerden. Diabetikern sind deshalb regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt zu empfehlen.

US-Wissenschaftler der University of Mississippi untersuchten den Zusammenhang zwischen diabtischer Retinopathie und einem sitzenden Lebensstil. Dafür nahmen sie Daten aus den Jahren 2005 und 2006 der "National Health and Nutrition Examination Survey" zu Hilfe. In der Analyse wurden die Daten von 282 Diabetespatienten berücksichtigt. Die tägliche Bewegung war mit einem Beschleunigungssensor (Accelerometer) gemessen worden.


Zu viel Sitzen schädigt Herz und Kreislauf

29 Prozent der durchschnittlich 62 Jahre alten Diabetiker wiesen eine milde oder schwere Retinopathie auf. Die Studienteilnehmer verbrachten im Mittel 7,8 Stunden am Tag sitzend. Jede zusätzliche Stunde des Sitzens am Tag erhöhte die Wahrscheinlichkeit für eine milde oder schwere Netzhauterkrankung um 16 Prozent.

Die Forscher erklären sich den Zusammenhang mit dem erhöhten Herzkreislaufrisiko, das mit einem sitzenden Lebensstil einhergeht. Damit steige auch das Risiko für eine diabetische Retinopathie. In zukünftigen Studien wäre der ursächliche Zusammenhang zu prüfen. So ließe sich feststellen, ob vermehrte körperliche Aktivität Diabtetespatienten vor der Augenkrankheit schützen könnte. Ergebnisse der Studie wurden in "JAMA Ophthalmology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.08.16Zum AnfangZurück

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