Sitzen erhöht Krebsrisiko bei Frauen

Die im Sitzen verbrachte Zeit steht mit Stoffwechsel-, Herzkreislauferkrankungen und Krebs in Verbindung. Forscher entdeckten, dass eine erhöhte Sitzzeit am Tag das Krebsrisiko von Frauen ansteigen lässt. Drei Tumorarten kommen bei Vielsitzerinnen offenbar häufiger vor.

 

 

Daten einer großen Studie zeigen Zusammenhänge

 

Körperliche Aktivität beugt einer Vielzahl von Erkrankungen, darunter Krebserkrankungen vor, zeigt die Forschung. Umgekehrt ist eine hohe tägliche Sitzzeit mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden. Um welche Krebsarten es sich dabei handeln könnte, fragten sich US-Wissenschaftler.

Sie verglichen die Sitzzeiten und das Erkrankungsrisiko für verschiedene Krebsformen bei einer großen Anzahl von Studienteilnehmern, deren Daten im Rahmen einer großen US-Präventionsuntersuchung der amerikanischen Cancer Society erfasst worden waren. Zugrunde liegen die Daten von insgesamt 146.000 Frauen und Männern, die zu Studienbeginn unter keinerlei Krebserkrankungen litten.

 

 

Verlängertes Sitzzeit erhöht Krebsrisiko um zehn Prozent

 

Innerhalb von 17 Jahren erkrankten 18.555 Männer und 12.236 Frauen an Krebs. Es zeigte sich auch nach Berücksichtigung von Risikofaktoren wie erhöhtem Körpergewicht und sportlicher Aktivität, dass eine verlängerte Sitzzeit in der Freizeit das Krebsrisiko von Frauen um zehn Prozent erhöhte. Bei Männern bestand zwischen Krebserkrankungsrisiko und Sitzzeit kein Zusammenhang.

 

Bei Frauen war das Risiko für das Multiple Myelom (Krebserkrankung des Knochenmarks), Brustkrebs und Eierstockkrebs erhöht. Ein Zusammenhang zwischen erhöhter täglicher Sitzzeit und bestimmten Krebserkrankungen bei Männern ließ sich dagegen nicht nachweisen.

Die Unterschiede des Zusammenhangs Sitzzeit - Krebsrisiko können sich die Forscher anhand dieser Untersuchung nicht erklären. Um die geschlechtsabhängigen Unterschiede zu klären, sind weitere Untersuchungen notwendig, so die Wissenschaftler.

 

Die amerikanische Cancer Society empfiehlt, die Sitzzeit zu reduzieren, wenn immer dies möglich ist. Regelmäßiges Aufstehen und kleine Bewegungseinheiten sind sinnvoll auch für die Prävention von Erkrankungen des Muskel- und Halteapparates wie Rücken- und Nackenschmerzen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann28.07.15Zum AnfangZurück

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