Singen verbessert Parkinsonsymptome

Das Singen in der Gruppe könnte Parkinsonpatienten zugutekommen – es kann die Stimme verbessern. Stimmprobleme sind ein häufiges Symptom der neurodegenerativen Erkrankung.


Stimmveränderungen bei Parkinson sind häufig

Morbus Parkinson ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems. In einem bestimmten Hirnbereich, dem extrapyramidalmotorischen System, kommt es zu degenerativen Veränderungen. Zu den Symptomen zählen Tremor, vor allem der Hände, aber auch der Arme und Beine. Sogar Gesicht und Kiefer können betroffen sein. Daneben zeigen sich Gleichgewichtsprobleme und emotionale Veränderungen.

Weniger beachtet in der Forschung sind andere Symptome wie Atem- und Stimmveränderungen. Stimmveränderungen betreffen aber 60 bis 80 Prozent der Parkinsonpatienten und können deren Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Möglicherweise klingt die Stimme monoton, besitzt nicht mehr das Volumen, Stimmintensität und Tonhöhe sind beeinträchtigt oder die Stimme klingt rau oder belegt.

Standardbehandlungen zielen auf die Verbesserung klassischer Symptome. Die tiefe Hirnstimulation wirkt hier erfolgreich, kann die Stimmveränderungen aber verschärfen. Es herrscht ein Mangel an vielversprechenden Therapien, die auch die Lebensqualität positiv beeinflussen. 


Gruppensingen verbessert Stimme und Lebensqualität

Elizabeth Stegemüller und Mitarbeiter der Iowa State University untersuchten nun, welchen Einfluss das Singen in der Gruppe auf Stimmveränderungen und die Lebensqualität hat. An der Studie der Wissenschaftler nahmen 27 Patienten acht Wochen lang an einem Gruppensingen teil. Das Singen fand ein- oder zweimal pro Woche statt, um herauszubekommen, ob das Singen in Abhängigkeit der "Dosis" wirkt. Bestandteil der Behandlung waren Stimmübungen sowie das Singen populärer Lieder.

Nach zwei Monaten der Behandlung zeigten sich signifikante Stimmverbesserungen hinsichtlich Tonhöhe und -dauer, Stimmlautstärke sowie ein verbessertes Schlucken. Auch andere Stimmmessungen waren in geringerem Umfang verbessert wie auch die Atmung. Fragebögen ergaben eine verbesserte Lebensqualität. Singen zeigte hier dosisunabhängig Wirkung.

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.05.16Zum AnfangZurück

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