Sind Angsterkrankungen Frauensache?

Angsterkrankungen wie Panikstörung oder Phobien treten vor allem bei jüngeren Menschen und insbesondere bei Frauen auf, zeigt eine Analyse zum Thema. Frauen sind zweimal so häufig wie Männer betroffen. Offenbar sind bestimmte Gruppen von Menschen besonders gefährdet.


Angsterkrankungen kommen nicht überall gleich häufig vor 

Wie häufig kommen Angsterkrankungen in der Bevölkerung vor und welche Gruppen von Menschen sind besonders davon betroffen? Das fragten sich Forscher um Olivia Remes an der Cambridge University in Großbritannien. Angsterkrankungen sind die am häufigsten vorkommenden mentalen Störungen in der Allgemeinbevölkerung. Die Centers for Disease and Prevention (CDC) schätzen, dass 15 Prozent der Bevölkerung irgendwann während ihres Lebens davon betroffen sind.

Die Prüfung von 48 Veröffentlichungen zeigte, dass vier von 100 Menschen von einer Angsterkrankung berichteten. Am häufigsten litten Nordamerikaner unter einer Angststörung, am seltensten Ostasiaten. Innerhalb des untersuchten Zeitraumes von 1990 bis 2010 ließen sich kaum Veränderungen in den Häufigkeiten feststellen.


Körperlich kranke Menschen leiden häufiger unter Angststörungen

Frauen und Personen unter 35 Jahren sowie Menschen mit Gesundheitsproblemen waren besonders oft betroffen. Den Ergebnissen zufolge litten 10,9 Prozent der in westlichen Nationen lebenden Patienten mit einer Herzgefäßerkrankung an einer generalisierten Angststörung. 32 Prozent der Patienten mit Multiple Sklerose wiesen eine Angststörung auf. Von Angst betroffen waren auch häufiger schwangere Frauen und Frauen, die kurze Zeit zuvor entbunden hatten.

Bezüglich der Studienlage beklagen die Wissenschaftler Mängel. Es fehlten Untersuchungen an wichtigen Gruppen von Menschen, etwa jenen mit nicht heterosexueller Orientierung, schreiben sie im Journal "Brain and Behavior".

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.06.16Zum AnfangZurück

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