Senioren: Todesrisiko Hörverlust

Hörminderungen oder Hörverlust sind für Betroffene belastend. Viele Menschen ziehen sich dann sozial zurück. US-Forscher fanden nun bei älteren Menschen einen Zusammenhang zwischen Hörverlust und Todesrisiko.  

 

 

 Hörverlust geht oftmals mit Vorerkrankungen einher

 

Mit jedem Lebensjahrzehnt verdoppelt sich das Risiko eines Hörverlustes. Zwei Drittel der über 70-Jährigen sind betroffen. Hörverlust ist mit vielen Problemen verbunden, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität herabsetzen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von 360 Millionen Menschen weltweit aus, die einen einschränkenden Hörverlust aufweisen. Dieser ist definiert als ein Hörverlust über 40 Dezibel in dem noch besser hörenden Ohr.

 

Forscher der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore werteten die Daten von Höruntersuchungen einer großen Studie aus. Mehr als 1600 Personen über 70 Jahre hatten im Rahmen der Untersuchung an audiometrischen Tests teilgenommen.

 

Der Abgleich mit den Todesdaten zeigte, dass von einem Hörverlust Betroffene eher männlich, von heller Hautfarbe und geringerem Bildungsniveau waren. Daneben waren sie durchschnittlich älter und hatten in der Vergangenheit bereits einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt gehabt.

 

 

Kann eine Behandlung des Hörverlustes das Todesrisiko senken?

 

Es zeigte sich, dass ein Hörverlust mit einem Todesrisiko in Verbindung steht. Je größer der Hörverlust, desto größer fiel auch das Todesrisiko aus, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "JAMA - Otolaryngology, Head & Neck Surgery".

 

Nach Berücksichtigung des Alters und der Herzkreislauffaktoren zeigte sich für Personen mit stärkerem Hörverlust ein um 39 Prozent erhöhtes Todesrisiko. Ein geringer Hörverlust war mit einem um 21 Prozent erhöhten Todesrisiko verbunden. Zugrundeliegende Mechanismen könnten laut Forscher ursächliche Verbindungen zwischen Hörverlust und geistiger sowie körperlicher Funktion sein. Weitere Studien sollten klären, ob eine Therapie des Hörverlustes auch das Todesrisiko senken könnte.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.10.15Zum AnfangZurück

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