Senioren: Sport fördert Hirndurchblutung

Ältere Menschen, die fit und gesund sind, sollten keine längeren Bewegungspausen einlegen, ergab eine aktuelle Studie. Schon zehn Tage Pause führen demnach bei Leistungssportlern zu einer verminderten Hirndurchblutung in wichtigen Bereichen. Geistige Einbußen sind nach so kurzen Sportpausen aber noch nicht zu befürchten. Wie sich längere Sportpausen im Alter auswirken, ist dagegen unklar.


Sportpause: Acht Hirnregionen werden weniger durchblutet

Wer älter, gesund und körperlich in Form ist, ist wahrscheinlich auch geistig auf der Höhe. Damit das so bleibt, sollten Senioren regelmäßig Sport treiben. Schon zehn Tage ohne Bewegung reichen einer aktuellen Studie zufolge aus, dass die Hirndurchblutung in Hirnarealen abnimmt, die für das Denken, Lernen und das Gedächtnis wichtig sind. Wichtiges Gebiet für Fähigkeiten in diesen Bereichen ist der Hippocampus. Bereits Tierversuche konnten zeigen, wie Sport das Wachstum neuer Blutgefäße und Hirnzellen antreibt.

In der aktuellen Untersuchung fertigten Forscher der University of Maryland bei körperlich gesunden und fitten 50- bis 89-Jährigen Magnetresonanzuntersuchungen an und maßen die Durchblutung vor und nach einer Sportpause von zehn Tagen. In acht Hirnregionen ließ sich nach der Ruhephase eine deutlich geringere Durchblutung nachweisen. Darunter befand sich auch ein Gebiet, das für die Alzheimerkrankheit bedeutsam ist. 

Ein Nachlassen der geistigen Fähigkeiten ließ sich aber nicht nachweisen. Zudem waren alle Untersuchungsteilnehmer Leistungssportler, die regelmäßig und anspruchsvoll trainierten, um auch an Wettkämpfen teilzunehmen. Es scheint aber nicht unwahrscheinlich, dass auch die Hirndurchblutung von Menschen, die sich moderat bewegen, nach Pausen abnimmt. Außerdem sei damit zu rechnen, dass die Herzkreislauf-Fitness schnell nachlässt, so die Wissenschaftler. Weitere Studien sollten zeigen, ob und wie sich längere Sportpausen auf die geistige Leistungsfähigkeit Älterer auswirken. Die Studie erschien in "Frontiers in Aging Neuroscience".

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.09.16Zum AnfangZurück

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