Senioren: Computer hält Gehirn auf Trab!

Wer rastet, der rostet, sagt nicht nur ein Sprichwort, sondern auch die Erfahrung. Kann die Nutzung eines Computers vor dem altersbedingten geistigen Abbau bewahren? Ja, sagen Wissenschaftler. Denn wer sein Gehirn auf Trab hält, reduziert das Risiko des geistigen Abbaus.


Was hält den Geist wirklich fit?

Wenn wir altern, kommt es irgendwann unausweichlich zum geistigen Abbau. Nicht nur das Gehirn selbst schrumpft, es entwickeln sich auch Veränderungen auf Zell- und Gefäßebene. Mit zunehmendem Alter ereignen sich häufiger Schlaganfälle, es entstehen Hirnläsionen und Demenzen. Doch der Abbau betrifft manche ältere Menschen mehr, die anderen wieder weniger. Wie lassen sich diese Unterschiede begreifen?

Die meisten Studien zum Thema konzentrierten sich auf die Wirkung von körperlicher und geistiger Aktivität. Aber auch Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel wurden schon untersucht. Alle scheinen für den Erhalt der geistigen Fitness auch eine gewisse Rolle zu spielen. Der Umfang der geistigen Aktivität könnte ein weiterer Faktor sein.

Im Jahr 2014 ergab eine Untersuchung aus dem Wisconsin Alzheimer's Institute, dass Personen, die ihr Gehirn mehr beanspruchen, weniger Hirnvolumen in Hirnbereichen verlieren, die bei der Alzheimererkrankung betroffen sind. Andere Studien zeigten, dass geistig beanspruchte Menschen wie Ärzte, Rechtsanwälte, Piloten u. a. weniger zum geistigen Abbau neigen. Doch nicht alle Untersuchungen konnten einen Zusammenhang zwischen geistiger Aktivität und geistiger Fitness belegen. 


Viele Aktivitäten kommen dem Gehirn zugute

Eine aktuelle vierjährige Beobachtung von über 1.900 über 70-Jährigen, die an einer Altersstudie teilgenommen hatten, gibt jetzt genauer Aufschluss. Senioren, die wöchentlich einen Computer nutzen, entwickelten im Studienverlauf weniger wahrscheinlich Probleme mit dem Gedächtnis und dem Denken. Unter den Computernutzern zeigten 17,9 Prozent einen leichten geistigen Abbau. Unter jenen, die keinen Computer nutzen, waren das 30,9 Prozent. Insgesamt ließ sich unter den Teilnehmern, die regelmäßig an den Computer gingen, eine um 42 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für eine abnehmende geistige Fitness nachweisen.

Aber auch soziale Aktivitäten und das Lesen von Magazinen hielt das Gehirn auf Trab, zeigen die Ergebnisse der Studie. Mit beidem entstanden Gedächtnisprobleme zu 23 Prozent und 30 Prozent weniger wahrscheinlich. Positiv wirkten daneben handwerkliche Tätigkeiten, auch Stricken sowie das Spielen. Ergebnisse der Studie werden anlässlich des Jahrestreffens der American Academy of Neurology in Vancouver, Kanada, vorgestellt.

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.03.16Zum AnfangZurück

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