Schwangerschaft: Zu viel Folsäure erhöht Autismusrisiko

Eine Studie von Wissenschaftlern der Johns Hopkins Universität in Baltimore legt nahe, dass nicht nur ein Folsäuremangel während der Schwangerschaft Gefahren für das Neugeborene birgt ...


Autismus bei Mangel und Überversorgung

Die Einnahme von Folsäure während der Schwangerschaft wird seit Langem empfohlen. Bei einem Mangel können Kinder mit offenem Rücken (Spina bifida) geboren werden. Auch das Autismusrisiko des Nachwuchses steigt. Doch eine Überversorgung mit dem Nährstoff aus der Gruppe der B-Vitamine während der Schwangerschaft birgt dieses Risiko ebenfalls. Darauf weisen die Ergebnisse einer Studie unter der Leitung von Ramkripa Raghavan hin. Ihr Team wertete die Daten von 1.391 Mutter-Kind-Paaren aus.


Dabei fiel auf, dass besonders hohe Folsäurespiegel im Blut von Müttern kurz nach der Geburt das Risiko für das Neugeborene verdoppelten, später an Autismus zu erkranken. Auch bei zu hohen Vitamin-B 12-Spiegeln bei Schwangeren diskutieren Wissenschaftler ein erhöhtes Autismusrisiko für den Nachwuchs. Weisen Mütter bei beiden Vitaminen eine vierfache Überversorgung aus, schätzen die Forscher das spätere Auftreten einer Autismuserkankung sogar 17,6 mal höher ein. 


Klare Empfehlungen für Versorgung wichtig

Folsäure ist für die Entwicklung des Nervensystems bei Ungeborenen essenziell. Trotz der Gefahren von Unter- und Überversorgung ist eine Überwachung der Werte während der Schwangerschaft bisher noch nicht Standard. Raghavan betont, dass es nun von größter Wichtigkeit sei, Frauen klarere Empfehlungen zur Folsäureeinnahme während der Schwangerschaft zu bieten. Allein der Rat, die Folsäurezufuhr zu sichern, reiche nicht aus. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Folsäurewerte von 13,5 bis 45,3 Nanogramm pro Liter Blut empfohlene Level im ersten Trimester der Schwangerschaft. Für Vitamin B12 gibt es hier jedoch noch keine Empfehlungen für Schwangere.

Das Team präsentierte die Ergebnisse seiner Untersuchungen beim Internationalen Treffen zur Autismusforschung in Baltimore.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.05.16Zum AnfangZurück

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