Schwangerschaft: Vorsicht mit Fisch?

Fisch ist gesund, denkt sich möglicherweise manche schwangere Frau. Doch Vorsicht! Ein zu hoher Fischkonsum der Mutter könnte bei den Kindern für zu schnelles Wachstum und Übergewicht führen, mahnen Forscher.


Fisch: Gesund oder schädlich fürs Kind?

Erfahrungen in der frühen Entwicklung und auch schon im Mutterleib können für Wachstum und Entwicklung eine Schlüsselrolle spielen. Die Ernährung kann Körper und Stoffwechsel beeinflussen und spätere gesundheitliche Auswirkungen haben. 

Fisch gilt als gesund und er ist wichtige Quelle gesunder, mehrfach ungesättigter Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren. Diese passieren auch die Plazenta und gelangen so vom mütterlichen in den kindlichen Kreislauf. Sie sind für die Entwicklung des Nervensystems des Ungeborenen wertvoll und beeinflussen das Wachstum von Fettgewebe. 

In einer kürzlich veröffentlichten Studie an fast 152.000 Müttern mit ihren Kindern zeigte sich, dass der regelmäßige Konsum von Fisch bei Müttern zu einem höheren Geburtsgewicht der Kinder führte und eine vorzeitige Geburt seltener vorkam.


Studien an über 26.000 Frauen liefert Hinweise

Aber Fisch ist auch eine Quelle langlebiger organischer Umweltschadstoffe, von denen einige den Hormonstoffwechsel stören. Veränderte Genaktivitäten beeinflussen den Fettstoffwechsel und tragen möglicherweise zur Entwicklung von Übergewicht bei. Nach offiziellen Empfehlungen in den USA wie etwa der Food an Drug Administration (FDA) sollen schwangere und stillende Frauen sowie jene, die eine Schwangerschaft planen, nicht mehr als drei Fischmahlzeiten pro Woche zu sich nehmen. Bei mehr Fisch könnte das ungeborene Kind einer Quecksilberbelastung ausgesetzt sein. 

Den meisten Müttern ist aber sicher unklar, wie viel Fisch sie denn nun eigentlich essen sollten. Wissenschaftler der Universität von Kreta untersuchten diesen Zusammenhang. Sie analysierten die Daten von über 26.000 schwangeren Frauen und deren Nachwuchs aus Europa und den USA und beobachteten die Kinder, bis sie sechs Jahre alt waren.

Die Menge des Fischkonsums variierte nach den verschiedenen Wohnorten. Während Belgierinnen nur ein halbes Mal Fisch pro Woche verspeisten, waren es in Spanien fast 4,5 Mahlzeiten pro Frau. Mehr als drei Mahlzeiten pro Woche definierten die Wissenschaftler als hohen Konsum.


Schwermetallbelastung als Ursache von Übergewicht

Es zeigte sich, dass Kinder von Frauen mit mehr als drei Fischmahlzeiten in der Woche bis zum Alter von zwei Jahren schneller gewachsen waren. Ihr Body Mass Index (BMI) war mit vier und sechs Jahren höher als der der Kinder mit Müttern, die weniger Fisch konsumiert hatten. Der BMI ist ein Maß zur Abschätzung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße.

Eine Erklärung für den Zusammenhang könnte in den Umweltgiften liegen, die Kinder mit dem Fisch aufnehmen, so die Forscher. Sie empfehlen, den Fischkonsum einzuschränken.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.02.16Zum AnfangZurück

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