Schwangerschaft: Statine gegen mütterlichem Stress

Stress in der Schwangerschaft gefährdet die Gesundheit des Ungeborenen. Medikamente aus der Gruppe der Statine könnten helfen, den Fötus zu schützen.


Mütterlicher Stress mit Risiken verbunden

Ein Enzym in der Plazenta, das Stresshormone abbaut, schützt das ungeborene Kind im Normalfall vor deren Einwirkung. Sind Schwangere jedoch einem besonders hohen Maß an Stress ausgesetzt, vermindern sie die Produktion dieses Enzyms und die Hormone können dem ungeschützten Kind schaden. Leiden Ungeborene im Bauch der Mutter unter Stress, sind ihre Geburtsgewichte geringer und das Risiko für spätere Herzerkrankungen, Diabetes und psychische Störungen steigt. 

Wissenschaftler der Universität Edinburgh in Schottland führten nun Untersuchungen an Mäusen durch, die genetisch nicht dazu in Lage sind, das schützende Enzym in der Plazenta zu bilden.


Statine können Gefäßdichte in Plazenta verbessern

Das schottische Wissenschaftlerteam fand heraus, dass die Einwirkung von Stresshormonen auf die Plazenta die Ausbildung von Blutgefäßen verhindert. Dadurch ist die Blutversorgung des Fötus unzureichend, um eine normale Gewichtszunahme und Herzentwicklung zu gewährleisten. 

Ärzte setzen Statine normalerweise ein, um die Cholesterinspiegel von Patienten zu kontrollieren. Die Forscher konnten in ihren Untersuchungen jedoch beobachten, dass die Medikamente auch dabei helfen, die Gefäßdichte in der Plazenta zu erhöhen. Durch diese Funktion wird auch die Blutzufuhr des Ungeborenen und mit ihr seine gesunde Entwicklung gefördert.

Da es bisher keine Therapie für Schwangere gibt, deren Plazenta das für die Blutzufuhr wichtige Enzym nicht bilden kann oder bei denen die Bildung aufgrund von Stresseinwirkung zu gering ist, geben die Ergebnisse der Untersuchungen große Hoffnung. Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, die zeigen sollen, ob die Anwendung von Statinen in der Schwangerschaft beim Menschen sicher ist. Seine Erkenntnisse veröffentlichte das Forscherteam im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.05.16Zum AnfangZurück

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