Schwangerschaft: Alter als Gesundheitsgefahr

Über 40-jährige schwangere Frauen tragen ein erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, ergab eine aktuelle Studie von US-Wissenschaftlern.


Forscher untersuchen Herzkreislaufrisiken über 40-jähriger Schwangerer

Immer mehr Frauen entscheiden sich erst in späteren Lebensjahren für ein Kind. In den USA waren 1990 nur elf von 1.000 Frauen 40 Jahre alt oder älter. im Jahr 2009 waren es schon 19 von 1.000 Frauen, zeigen Zahlen der Centers for Disease and Control Prevention (CDC).

Es ist bekannt, dass ältere Frauen in einer Schwangerschaft erhöhte Gesundheitsrisiken tragen. Dass sich manche dieser Risiken sogar bis in die fernere Zukunft fortsetzen, war bislang nicht bekannt.

Der Studie liegt die Analyse der Daten von über 72.000 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren zugrunde. Sie hatten an der Women's Health Initiative Study teilgenommen. Über 3.300 Frauen davon wurden ab einem Alter von 40 Jahren schwanger. Die Forscher verglichen dann die Häufigkeit des Auftretens von Herzinfarkten und Schlaganfällen über eine Zeitspanne von zwölf Jahren und verglichen die Daten mit denen jüngerer Frauen.


Spätschwangerschaft: Gefahr für Herz und Gehirn  

Ältere Frauen wiesen ein um 1,5 erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall durch einen Gefäßverschluss (ischämischer Schlaganfall) und ein 0,5 erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall durch eine Gehirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) auf. 87 Prozent aller Schlaganfälle sind durch einen Gefäßverschluss bedingt.

Zudem waren die Frauen mit Spätschwangerschaft einem um 0,5 erhöhten Herzinfarktrisiko und einem um 1,6 erhöhten Todesrisiko aufgrund aller Herzgefäßerkrankungen ausgesetzt. Risikofaktoren wie erhöhter Blutdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) könnten das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen mit erklären.

Doch würden diese Risikofaktoren nicht die in der Studie beobachtete erhöhte Anzahl hämorrhagischer Schlaganfälle erklären, so die Forscher. Die Zusammenhänge bedürfen der weiteren Untersuchung.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.02.16Zum AnfangZurück

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