Schreiende Babys schlafen besser

Wird das Baby nachts mehrfach wach und schreit, leiden auch junge Eltern meist unter Schlafmangel. Denn sie glauben, sie müssten das Kind beruhigen: falsch, sagen Experten. Das nächtliche Weinen sollten Eltern besser tolerieren. Belohnung dafür sei ein besserer Schlaf für alle Beteiligten.


Schlafmangel verursacht bei Kindern und Eltern Stress

Schreien sich Babys in den Schlaf, kommt ihm und den Eltern das möglicherweise zugute, weil dies den Schlaf verbessert. Darauf deutet eine aktuelle Untersuchung im Journal "Pediatrics" hin. Die Studie lässt vermuten, dass die bekannte Verhaltenstechnik der "graduierten Rücknahme" (in diesem Fall das schreien lassen, bis das Baby einschläft) zu einer längeren Schlafdauer beim Kind und bei den Eltern führt.

Diese Ergebnisse könnten Eltern überraschen, so die Forscher. Schließlich sei es natürlich, sich zu sorgen, wenn das Baby weint. Andererseits führt auch elterlicher Schlafmangel zu Stress und sogar mütterlichen Depressionen.


Ignorieren des Schreiens lässt Kinder schneller einschlafen

Der Studie zugrunde liegt eine Untersuchung von 43 Kindern im Alter zwischen sechs und sechzehn Monaten und deren Eltern. Alle Kinder hatten mit Schlafproblemen zu kämpfen. Die Eltern von 14 Kindern wurden angehalten, ein Jahr lang die Praxis der graduierten Rücknahme bzw. Extinktion (Löschung) durchzuführen.

Bei der als Ferber-Methode bekannten Technik sollen Eltern das Schreien ignorieren, aber in regelmäßigen vorgegebenen Zeitintervallen nach dem Kind sehen. Die dahintersteckende Idee ist, dass das Kind lernt zu akzeptieren, mit dem Schreien keinen Erfolg zu haben. Dies soll das Schreien reduzieren und für einen besseren Schlaf sorgen.

Tatsächlich schliefen die so behandelten Kinder durchschnittlich 13 Minuten eher ein und wachten nachts zudem nicht so häufig auf. Speichelproben der Kinder zeigten, dass die Werte des Stresshormons Kortisol vergleichbar hoch waren. Damit lässt sich manchen Eltern vielleicht die Angst nehmen, die Kinder schliefen nur, weil sie vom Weinen so gestresst und erledigt wären.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.06.16Zum AnfangZurück

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