Schreibtischarbeit im Stehen ist effektiver

Viele Büroangestellte klagen über Rückenschmerzen durch stundenlanges Sitzen. Stehtische liegen deshalb im Trend - einer Studie aus Texas zufolge steigern sie sogar die Produktivität am Arbeitsplatz.


Produktivität um 46 Prozent höher

Wissenschaftler der Texas A&M-Universität untersuchten über einen Zeitraum von sechs Monaten die Produktivität von Angestellten in Call Centern. Eine Gruppe erhielt herkömmliche Tische, die lediglich eine sitzende Tätigkeit zulassen, während die andere Gruppe an verstellbaren Tischen arbeitete. Als Maß für die Produktivität diente den Forschern die Anzahl erfolgreicher Telefonate pro Stunde. Arbeiter mit verstellbaren Tischen, die ihre Tätigkeit je nach Belieben im Stehen oder im Sitzen ausführen konnten, saßen täglich im Schnitt 1,6 Stunden weniger als ihre Kollegen mit herkömmlichen Arbeitstischen. Ihre Produktivität war um 46 Prozent höher als bei Angestellten, die ihre Tätigkeit ausschließlich im Sitzen ausführten.

Dieser Unterschied fiel im ersten Monat der Untersuchungen geringer aus als in den folgenden. Offensichtlich mussten sich die Arbeiter erst an ihre neuen verstellbaren Tische gewöhnen, konnten ihre Leistung nach dieser Zeit jedoch erheblich steigern.


Körperliche Beschwerden machen Arbeiter weniger effizient

Die Forscher gehen davon aus, dass die Angestellten aus der Gruppe mit verstellbaren Tischen auch deshalb im Verlauf der Monate bessere Leistungen erzielten, da ihre körperlichen Beschwerden abnahmen. 75 Prozent der Arbeiter dieser Gruppe gaben an, dass sich ihr körperliches Wohlbefinden in der Zeit der Studie verbesserte. Gregory Garrett, Leiter der Studie, betont aber, dass man den Erfolg durch weniger Sitzen nicht allein durch körperliche Vorteile erklären könne. Er geht davon aus, dass das Arbeiten im Stehen auch direkten Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten von Angestellten haben könnte. Um diese Annahme näher zu überprüfen, arbeitet er gerade an fortführenden Untersuchungen.

Seine bisherigen Ergebnisse veröffentlichte er im Fachjournal "IIE Transactions  on Occupational Ergonomics and Human Factors".

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.06.16Zum AnfangZurück

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