Keine E-Zigaretten vor plastischer OP!

Wem eine plastische Operation bevorsteht, der sollte vorher nicht nur Zigaretten abschwören, sondern auch elektrische Zigaretten meiden. Diese Empfehlung sprechen plastische Chirurgen aus. Die Risiken des "Dampfens" sind ihrer Meinung nach schwer abzuschätzen.


Risiken von E-Zigaretten unklar

Die American Society of Plastic and Reconstructive Surgery (ASPS) empfiehlt mindestens vier Wochen vor einem geplanten chirurgisch-plastischem Eingriff mit dem Rauchen von Zigaretten und E-Zigaretten aufzuhören. Sie halten diese Empfehlung für nötig, da immer mehr Menschen E-Zigaretten nutzen und die Verdampferflüssigkeit meist auch Nikotin enthält.

Zwar wird vermutet, dass E-Zigaretten weniger schädlich als Zigaretten sind und geeignet sind, um Zigaretten zu entsagen, doch bestehen über mögliche schädliche Wirkungen zu wenige Kenntnisse, heißt es in der Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Plastic and Reconstructive Surgery". Demnach sind die Langzeiteffekte des im Dampf der E-Zigarette befindlichen Nikotins nicht geklärt. Es bestehen keine Hinweise auf ein erhöhtes Krebs- oder Herzerkrankungsrisiko, wie das bei Zigaretten der Fall ist. Bei Zigarettenrauchern ist ein erhöhtes Komplikationsrisiko nach Operationen bekannt. In der plastischen Chirurgie ist die Wahrscheinlichkeit des Heilens von Hautlappen zum Beispiel oftmals gestört. Dies wird auf eine verminderte Durchblutung des Gewebes bei Rauchern zurückgeführt.


Experten: Rauch- und Dampfstopp drei bis vier Wochen vor OP

Ähnliche Risiken könnten auch E-Zigarettennutzer tragen. Zudem enthält der eingeatmete Dampf andere Chemikalien, die eine schädliche Wirkung entfalten könnten. 

Eine Studie hatte bereits erbracht, dass der Rauchstopp drei bis vier Wochen vor einem operativen Eingriff die Komplikationsrate von 40 Prozent auf 20 Prozent senken kann. Daraus leiten sich Empfehlungen für Raucher ab. Nach der aktuellen Veröffentlichung ist auch E-Zigarettennutzern eine "Dampfpause" einige Wochen vor einer Operation zu empfehlen, um das Komplikationsrisiko zu reduzieren.

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.12.16Zum AnfangZurück

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