Ausreichender Schlaf macht attraktiv

Nicht nur dem Volksglauben nach scheint es den Schönheitsschlaf tatsächlich zu geben, entdecken Wissenschaftler. Wer unausgeschlafen ist, wirkt demnach auf andere unattraktiver und weniger gesund. 


Schlafstörungen sind häufig und beeinflussen Attraktivität

Müde Menschen werden möglicherweise von vielen anderen nicht nur als unattraktiver wahrgenommen. Eine geringere Attraktivität aufgrund von Schlafmangel könnte auch das soziale Leben übernächtigter Menschen negativ beeinflussen. Zu diesem Schluss kommen Neurowissenschaftler des Karolinska Instituts in Schweden in ihrer im Journal "Royal Society Open Science" veröffentlichten Studie.

Dass ausreichend langer und guter Schlaf für die Gesundheit und das Wohlbefinden wichtig ist, ist nicht neu. Schlafstörungen kommen in der Bevölkerung aber häufig vor. In den USA leidet eine von drei Personen unter einem Mangel an Schlaf, der bei Erwachsenen Empfehlungen zufolge jede Nacht sieben Stunden betragen sollte. Es überrascht kaum, dass dauerhafter Schlafmangel auf Kosten der Gesundheit und des Aussehens geht. Die aktuelle Studie zeigt, dass schon ein kurzzeitiger Schlafmangel mit zu wenig Schlaf in nur zwei aufeinanderfolgenden Nächten große Auswirkungen auf die Wahrnehmung anderer hat.

Tina Sundelin und Mitarbeiter fanden das anhand 25 gesunder Frauen und Männer heraus. Diese schliefen an zwei aufeinanderfolgenden Nächten je acht Stunden lang, sodass sie gut ausgeschlafen waren. Eine Woche später sollten die Studienteilnehmer wieder an zwei aufeinanderfolgenden Nächten nur vier Stunden lang schlafen.


Müdigkeit lässt andere eher Abstand halten

Nach den Nächten mit langem und kurzem Schlaf wurden Fotografien der Teilnehmer angefertigt. Die Probanden durften dabei kein Make-up tragen, nahmen die Haare aus dem Gesicht und trugen ein graues T-Shirt.

122 Erwachsene sollten dann die Bilder der Studienteilnehmer hinsichtlich Attraktivität, Gesundheit und Vertrauenswürdigkeit einschätzen. Zudem sollten sie angeben, ob sie mit der auf dem Foto abgebildeten Person gerne in einen sozialen Kontakt treten würden.

Studienteilnehmer mit Schlafmangel wurden nicht nur als weniger gesund und attraktiv eingeschätzt als in ausgeschlafenem Zustand. Andere wollten mit müden Zeitgenossen auch weniger gerne in Kontakt treten. Hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit ließ sich kein Unterschied zwischen ausgeruhter und müder Erscheinung ausmachen.

Die Forscher erklären sich die Ergebnisse mit physiologischen Veränderungen, die aufgrund des Schlafmangels entstehen. So sei die Durchblutung der Haut vermindert und diese erscheine weniger rosig. Ein blasses oder graues Gesicht mit Augenringen wirke aber nicht gesund und attraktiv. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.06.17Zum AnfangZurück

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