Schmerzmedikamente senken Darmkrebsrisiko

Schmerzmedikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS) und nichtsteroidale antientzündlich wirksame Medikamente (NSAID) können das Risiko für Darmkrebs deutlich senken, ergab eine aktuelle Studie.

 

 

Bestimmter Typ von Schmerzmitteln beugt besonders wirksam vor

 

In Deutschland ist Darmkrebs nach dem Brust- und Prostatakarzinom die dritthäufigste Krebserkrankung. Für die Entstehung der Krebserkrankung ließen sich verschiedene Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Tabak- und Alkoholkonsum sowie die Ernährung ausmachen. Auch Erbanlagen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen spielen eine Rolle.

 

Dass die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln wie ASS und NSAID vor Darmkrebs schützen kann, ist das Ergebnis einer Untersuchung von Forschern der Aarhus Universität in Dänemark. Sie fanden heraus, dass eine mindestens über fünf Jahre andauernde tägliche Einnahme von 75 bis 150 mg ASS das Risiko der Entwicklung von Darmkrebs im Bereich von Dick- und Enddarm um 27 Prozent senken kann. Das Krebsrisiko war sogar um 30 bis 45 Prozent reduziert, wenn NSAID eingenommen wurden. Die größte Risikoreduktion zeigte sich bei der Einnahme von NSAID, die bestimmte Enzyme ansteuern, die für Schmerzen und Entzündungen eine Rolle spielen.

 

 

Untersuchungen zum gezielten Einsatz der Schmerzmittel zur Krebsvorbeugung

 

Die Daten, auf denen die Ergebnisse basieren, stammen von über 10.000 Erwachsenen mit Darmkrebs und über 100.000 Kontrollpersonen. Welche Gruppen von Menschen von einer Behandlung besonders profitieren könnten, ist indes unklar und bedarf weiterer Forschung. Auch der Einfluss von Lebensstilfaktoren und Fettleibigkeit auf die Wirksamkeit der Schmerzmedikamente zur Vorbeugung von Darmkrebs bedarf der genaueren Untersuchung. Die Studie erschien in den "Annals of Internal Medicine". 

 

Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen gehören in Deutschland zu den gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen. Frauen und Männer können im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich an einem Schnelltest anhand einer Stuhlprobe teilnehmen. Ab 55 Jahren wird eine Darmspiegelung von den Krankenkassen bezahlt, die nach zehn oder mehr Jahren wiederholt werden kann.

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.09.15Zum AnfangZurück

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