Schlaganfall durch Arbeitsstress

Es ist gut belegt, dass Berufsgruppen mit hoher Arbeitsbelastung gefährdeter sind, Herzgefäßerkrankungen zu entwickeln. Offenbar tragen sie auch ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall, fanden Forscher aus China heraus. Besonders gefährdet sind Kellner und Angehörige von Pflegeberufen.

 

 

Forscher bilden vier Jobkategorien nach Stress und Kontrolle

 

Der Schlaganfall aufgrund einer Minderdurchblutung (ischämischer Schlaganfall) beruht auf einer Blockade von Blutgefäßen. die das Gehirn versorgen. Ursache sind fettige Ablagerungen an den Gefäßwänden, die zunächst zu einer Minderung der Durchblutung, dann auch zu einem vollständigen Verschluss führen können. Die Gefäßerkrankung ist als Arteriosklerose bekannt.

 

Chinesische Wissenschaftler untersuchten nun Studien hinsichtlich eines Zusammenhanges zwischen Arbeitsstress und Schlaganfallrisiko. Sie klassifizierten vier Gruppen mit verschiedenen Berufsgruppen danach, wie viel Kontrolle die Arbeitnehmer über ihre Tätigkeit haben, wie viel sie arbeiten und wie sich psychologische Anforderungen gestalten. Die vier Kategorien von Berufen waren

-passive Jobs mit geringer Beanspruchung und geringer Kontrolle wie Hausmeister, Pförtner, Bergarbeiter und andere handwerkliche Berufe

-Jobs mit geringem Stress und hoher Kontrolle wie Naturwissenschaftler und Architekten

-Jobs mit hohem Stress, das heißt hohe Anforderungen und geringer Kontrolle wie Berufe im Servicebereich, zum Beispiel Kellner oder Pflegeberufe

-Aktive Jobs mit hohen Anforderungen und hoher Kontrolle wie Ärzte, Lehrer und Ingenieure.

 

 

Schlaganfallrisiko in Berufen mit viel Stress und wenig Kontrolle

 

Die Analyse von sechs Studien mit annähernd 140.000 Studienteilnehmern, die über drei bis 17 Jahre beobachtet wurden, zeigten Unterschiede zwischen den nach Stress und Kontrolle klassifizierten Berufen. Arbeitnehmer mit hohem Stress wiesen ein um 22 Prozent erhöhtes Risiko für jede Art von Schlaganfall auf als Arbeitnehmer mit geringem Stress und ebenso ein um 58 Prozent erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall. Frauen mit hohem Stress im Beruf hatten gegenüber Arbeitnehmerinnen mit geringem Stress ein um 33 Prozent erhöhtes Schlaganfallrisiko.

 

Arbeitnehmer mit passiven und aktiven Berufen hatten kein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Nach Kalkulationen der Wissenschaftler gehen 4,4 Prozent der Schlaganfälle auf das Konto von Berufen mit hohem Stress. Bei Frauen in solchen Berufen ist sogar mit 6,5 Prozent zu rechnen.

 

Abgesehen von einem ungesunden Lebensstil sind Ursachen für den Zusammenhang schwer auszumachen, so die Forscher. Sie vermuten, dass Herzkreislaufrisikofaktoren eine Ursache sind. Veränderungen von Arbeitsplätzen und der Arbeitsstruktur könnten große Auswirkungen auf das Erkrankungsrisiko haben, schreiben sie im "Journal of Neurology". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.10.15Zum AnfangZurück

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