Schlaflosigkeit: Medikamente herab dosieren?

Patienten mit chronischer Schlafstörung erhalten oft Medikamente, um den Schlaf anzustoßen oder zu erhalten. US-Forscher empfehlen im Journal "Sleep Medicine", die Dosis auch mithilfe von Scheinmedikamenten zu senken. Der schlaffördernde Effekt bleibt demnach dennoch erhalten.

 

 

Guter Schlaf trotz Dosisreduktion

 

Ein Viertel der Deutschen leidet laut Robert Koch Institut (RKI) unter Schlafstörungen. Dabei handelt es sich um Einschlaf- und/oder Durchschlafstörungen. Wird das Problem chronisch, beeinflusst das die Betroffenen nachhaltig. Denn sie leiden nicht nur unter der gestörten Nachtruhe, sondern auch unter permanenter Müdigkeit am Tag, sind unkonzentriert und weniger leistungsfähig. Das hat auch psychische Auswirkungen.

 

Forscher der Universität von Pennsylvania fanden jetzt heraus, das bisherige längerfristige Dosierungsempfehlungen ihr Ziel eines verbesserten Schlafes verfehlen. Effektiver ist demnach eine Dosierungsstrategie, die eine Reduktion der Dosierung auf die Hälfte der Ursprungsdosierung vorsieht und bei der auch Scheinmedikamente zum Einsatz kommen.

 

 

Geringere Dosierung, weniger Nebenwirkungen

 

Weniger Medikamente und der Einsatz von Scheinmedikamenten ließ in einer Studie eine Dosisreduktion des Schlafmedikamentes Zolpidem zu. Dabei blieb der schlaffördernde Effekt erhalten. Dies war aber bei schlafgestörten Patienten, die immer die gleiche Dosis einnahmen oder an manchen Tagen keine Medikamente einnahmen, zwar auch der Fall, doch für den Erhalt des Ein- und Durchschlafens nicht nötig. Am schlechtesten schnitt eine Dosierung ab, die zwischenzeitlich unterbrochen wurde.

 

Möglicherweise benötigen Patienten zunächst die volle Dosierung, um den erwünschten Effekt zu erzielen, so die Forscher. Um die Wirkung zu erhalten, könne aber eine Reduktion der Menge des Mittels vorgenommen werden. Dies reduziert auch die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit und das Risiko von Nebenwirkungen. Diese können beispielsweise Benommenheit am Tag, Übelkeit und Muskelschmerzen sein.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.08.15Zum AnfangZurück

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