Schlafapnoe: Hohes Unfallrisiko

Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe – das sind Atemaussetzer während des Schlafs – tragen ein deutlich erhöhtes Verkehrsunfallrisiko. Das zeigt eine Simulationsuntersuchung. Demnach können Verkehrsteilnehmer mit der Atemstörung oftmals schlechter die Spur halten.


Atemgestörte Patienten nehmen an Fahrtests teil

Die obstruktive Schlafapnoe ist eine ernsthafte Atemstörung, die während des Schlafens auftritt. Bis zu 100 Mal pro Nacht kann es zu einem Kollaps des Rachenraums kommen, was die Atmung einschränkt oder blockiert, sodass die Sauerstoffversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Die Atemstörung kommt bei bis zu vier Prozent der Erwachsenen vor und nimmt mit dem Alter zu. Schnarchen und Tagesmüdigkeit sind die Hauptsymptome.

Eine anlässlich des diesjährigen internationalen Kongresses der European Respiratory Society in London vorgestellte Studie zeigt das hohe Unfallrisiko von Menschen mit der Atemstörung. An der Studie nahmen 139 unbehandelte Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe im durchschnittlichen Alter von 53 Jahren und 79 Kontrollpersonen ohne Atemstörung an Simulationsfahrten mit dem Auto teil. Die Ergebnisse wurden mit "bestanden", "mittelmäßig" und "durchgefallen" bewertet. In die Interpretation der Ergebnisse flossen Angaben aus einem Fragebogen zur Müdigkeit bei obstruktiver Schlafapnoe sowie Messungen der Sauerstoffentsättigung anhand von Blutuntersuchungen ein.


Schlafapnoe beeinträchtigt Fahrtüchtigkeit

Patienten mit Atemstörung berichteten häufiger darüber einzunicken und wiesen eine hohe Wahrscheinlichkeit auf, während des Fahrens müde zu werden. Die Fahrtests bestanden sie in 31 Prozent der Fälle, während 53 Prozent der Probanden ohne Atemstörung die Tests bestanden. 20 Prozent der Patienten fielen gar durch, doch kein Studienteilnehmer ohne Atemstörung.

Abweichungen von der Spur während des Fahrens waren besonders bei atemgestörten Patienten ausgeprägt, die durch die Tests durchfielen. Den Wissenschaftlern zufolge tragen Patienten mit unbehandelter obstruktiver Schafapnoe ein zwei- bis sechsfach erhöhtes Risiko, an einem Verkehrsunfall beteiligt zu sein.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.09.16Zum AnfangZurück

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