Salz: Auch zu wenig kann schädlich sein

Ein hoher Salzkonsum steht mit der Entwicklung eines Bluthochdrucks und Herzkreislaufproblemen in Zusammenhang. Doch offenbar kann zu wenig Salz in der Nahrung ebenso schädlich sein, fanden Forscher heraus. Noch gibt es offenbar nicht genug gesicherte Ergebnisse, um eindeutige Empfehlungen zum Salzkonsum geben zu können.


Ist nur zu viel Salz schädlich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich nicht mehr als sechs Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen. Die meisten Menschen kommen auf deutlich höhere Werte – sei es durch salzhaltige Fertigprodukte oder durch Salzen selbst zubereiterer Speisen. Eine salzhaltige Ernährung kann nach derzeitiger Kenntnis zu einem Bluthochdruck und in der Folge zu Herzkreislaufkrankheiten, insbesondere Schlaganfall und Herzinfarkt führen.

Eine aktuelle im Journal "Lancet" veröffentlichte Untersuchung kommt jetzt zu dem Schluss, dass auch ein zu geringer Salzkonsum die Gesundheit gefährden kann und Empfehlungen diesbezüglich möglicherweise überarbeitet werden sollten. 

Wie der Salzgehalt in der Nahrung mit dem Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen zusammenhängt, untersuchten kanadische Wissenschaftler anhand der Daten von 130.000 Menschen aus 49 Staaten.


Bluthochdruckpatienten sollten Salzkonsum beschränken

Im Vergleich zu Menschen mit durchschnittlicher Natrium- bzw. Salzaufnahme ereigneten sich Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle bei Personen häufiger, die wenig Salz zu sich nahmen. Die erhöhte Krankheits- und Todeshäufigkeit ließ sich unabhängig von einem hohen Blutdruck beobachten.

Eine geringe Salzaufnahme war in der Studie definiert als Konsum von weniger als drei Gramm pro Tag. Das entspricht etwa einem halben Teelöffel Salz. Der Konsum von mehr als sechs Gramm Salz pro Tag war den Studienergebnissen zufolge auch nur für Menschen riskant, die einen Bluthochdruck aufwiesen.

Die Forscher empfehlen, bei hohem Blutdruck Salz zu reduzieren. Dies gilt möglicherweise aber nicht für Personen mit normalen Blutdruckwerten. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann31.05.16Zum AnfangZurück

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