Salz als Multiple-Sklerose-Risiko

Was die Auslöser der Nervenerkrankung Multiple Sklerose (MS) sind, ist bislang nicht geklärt. Erbliche Faktoren und möglicherweise auch die Ernährung beeinflussen u.a. das Erkrankungsrisiko. Forscher der Universität von Vermont in Burlington fanden jetzt Hinweise darauf, dass Salz ein Risikofaktor für die Entstehung der MS sein könnte. Das gilt aber möglicherweise nur bei Personen, die ein Erbrisiko tragen.

 

 

Untersuchung an genetisch veränderten Mäusen

 

Bei der MS attackiert das Immunsystem Nervengewebe des Gehirns oder des Rückenmarks. Vererbungs- und Umweltfaktoren, aber auch das Geschlecht spielen für die Entstehung der Erkrankung eine Rolle. Studien brachten bereits eine erhöhte Aufnahme von Salz mit der Entstehung der MS in Zusammenhang. Ob es einen Zusammenhang mit anderen Faktoren gibt und was die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen genau sind, blieb indes bislang unklar.

 

Mit einer möglichen Erklärung warten nun die US-Wissenschaftler auf. Sie nutzten für ihre Studie drei genetisch verschieden veränderte Gruppen von Mäusen und fütterten sie entweder mit einer salzreichen Nahrung oder mit einer mit normalem Salzgehalt. Sie induzierten den Tieren dann eine der MS ähnliche entzündliche neurologische Erkrankung, die sogenannte autoimmune Enzephalomyelitis.

 

In den drei Gruppen kam es zu verschiedenen Ergebnissen. In einer der Gruppen, die mit erhöhtem Salzgehalt gefüttert worden waren, kam es sowohl bei männlichen als auch weiblichen Tieren zu vermehrten Symptomen der Erkrankung. In der zweiten genetisch veränderten Gruppe, die einen erhöhte Salzzufuhr erhielt, entwickelten die weiblichen Mäuse schwerere Symptome. In der dritten Gruppe wirkte sich der erhöhte Salzgehalt in der Nahrung nicht auf die MS-Symptome aus.

 

 

Vorsicht mit Salz bei Neigung zu Autoimmunerkrankungen?

 

Bei Betrachtung der biologischen Veränderungen zeigte sich, dass die Veränderung des Erbgutes eine entscheidende Rolle spielte. In allen Fällen einer Symptomverschlechterung bei erhöhter Salzzufuhr zeigte sich eine gestörte Bluthirnschranke. Die Bluthirnschranke bewahrt das zentrale Nervensystem normalerweise vor Attacken von weißen Blutzellen. Bei MS ist jedoch die Bluthirnschranke gestört und Entzündungszellen können in das zentrale Nervensystem wandern und dort Schäden verursachen, indem sie die Schutzschicht der Nerven (Myelinscheide) angreifen. Die Zerstörung der Myelinscheiden und anschießende Narbenbildung sind für die MS-Symptome verantwortlich zu machen.

 

Menschen mit einer Neigung zu Autoimmunerkrankungen sollten mit der Salzaufnahme möglicherweise vorsichtig sein, so die Wissenschaftler. Allerdings geht es ganz ohne Salz auch nicht, denn der menschliche Körper benötigt Salz, um Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, schreiben sie im "FASEB Journal". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.08.15Zum AnfangZurück

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