Rosenwurz als sanfte Alternative bei Depressionen

Rosenwurz ist eine altbekannte Heilpflanze, die verschiedene positive Wirkungen entfalten kann. US-Forscher fanden jetzt heraus, dass die Pflanze auch gegen leichte bis mittelschwere Depressionen wirksam ist. Dies könnte besonders für Menschen interessant sein, die Antidepressiva schlecht vertragen, so die Wissenschaftler.

 

 

Greift Rosenwurz in Hirnstoffwechsel ein?

 

Rosenwurz soll die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit sowie Symptome wie Müdigkeit und Depressionen verbessern. Sogar die Langlebigkeit soll beeinflusst werden.

 

Bisherige Studien ließen bereits vermuten, dass Rosenwurz die Stimmung aufhellen kann, indem er die Rezeptoren der Nervenbotenstoffe Dopamin und Serotonin im Gehirn stimuliert, die an der Regulation der Stimmung beteiligt sind. Demnach greift Rosenwurz in den Hirnstoffwechsel ein.

 

Forscher der Universität von Pennsylvania verglichen nun die Wirksamkeit eines Extraktes aus Rosenwurz mit der des Antidepressivums Sertalin und der eines Scheinmedikamentes (Plazebo). Sertalin ist ein antidepressiv wirkendes Medikament, das häufig eingesetzt wird.

 

57 Erwachsene nahmen an der Studie teil. Sie hatten eine oder mehrere depressive Episoden hinter sich, eine depressive Stimmung, Interessensverlust seit mindestens zwei Wochen oder andere Symptome der Depression.

 

 

Gute Wirksamkeit bei geringen Nebenwirkungen

 

Die Patienten erhielten zwölf Wochen lang entweder Rosenwurzextrakt, Sertalin oder Plazebo. Messungen der Depression zeigten, dass die Untersuchungsteilnehmer in Woche zwölf zwar am meisten von Sertalin profitierten und der Rosenwurzextrakt nicht ganz so gut wirksam war, der Unterschied war aber statistisch nicht signifikant.

 

Im Vergleich zu dem Scheinmedikament hatten Patienten mit Pflanzenextrakt eine 1,4 höhere Wahrscheinlichkeit einer Verbesserung ihrer Symptome, jene mit Sertalin eine 1,4 höhere Wahrscheinlichkeit.

 

Dafür berichteten 63 Prozent der Sertalin-Behandelten von Nebenwirkungen während dies nur 30 Prozent der Patienten mit Rosenwurzextrakt angaben. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Rosenwurz ein geeignetes Pflanzentherapeutikum bei Depressionen sein könnte, so die Wissenschaftler im Journal "Phytomedicine". Weitere Studien mit größeren Patientenzahlen könnten darüber weiteren Aufschluss geben.

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.04.15Zum AnfangZurück

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