Richtig abschalten - Auspowern oder faulenzen

Berufstätige kommen entspannter aus dem Büro, wenn sie schon während der Arbeit mehrere kurze Pausen machen. In den Pausen sollte man etwas ganz anderes machen. Für manche ist es hilfreich, dann zum Beispiel kurz vor die Tür zu gehen. Oder man setzt sich einen Signalreiz. Das heißt: Der Berufstätige verändert nur eine Kleinigkeit - stellt beispielsweise ein Bild vor sich auf den Schreibtisch - und signalisiert sich damit: Jetzt habe ich Pause.

Nach Feierabend sollten Berufstätige dann richtig abschalten. Dazu gehört, nur noch im Notfall für den Chef erreichbar zu sein. Und die E-Mails - trotz aller technischen Möglichkeiten - E-Mails sein zu lassen. Denn die Trennung von Arbeit und Privatleben ist wichtig. Zieht sich der Stress durch beide Bereiche, kann das schlimmstenfalls zum Burnout führen.

Beim Autokonzern Daimler versucht derzeit die Chefetage, die Work-Life-Balance seiner Mitarbeiter zu verbessern. Sind sie im Urlaub, werden Mails, die in ihrem Postfach ankommen, gelöscht - wenn sie das vorher so verabredet haben. Eine Abwesenheitsnotiz verweist die Absender an einen Vertreter.

Statt im Urlaub oder nach Feierabend weiter der Arbeit nachzugehen, sollten Berufstätige die Zeit für ihre Hobbys nutzen. Vor allem Sport baut Stress ab. Ausdauersport hat außerdem den Vorteil, dass er körperlich stressresistenter macht. Kleine Stresssoren lassen Puls und Blutdruck so nicht mehr in die Höhe schnellen. Diese präventive Wirkung hat Yoga nicht - zur Entspannung tut es trotzdem gut.

Ein weiterer Stresspuffer: soziale Unterstützung. Nach Feierabend sollten sich Berufstätige mit Menschen austauschen, die ihnen wichtig sind. Das kann für den Arbeitsplatz ebenso gelten. Wenn es Kollegen gibt, bei denen ich mich ausheulen kann, baut das auch Stress ab.

Sport, mit der Familie quatschen, ins Kino gehen - auch die Freizeittermine sollten nicht in Stress ausarten. Deshalb ist manchmal der beste Tipp für den Feierabend: Nichtstun. Man kann sich auch aufs Sofa werfen, den Fernseher anmachen oder einen Schundroman lesen. Das Faulenzen sollte nur nicht die Regel werden.

Quelle: dpa29.12.12Zum AnfangZurück

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