Rauchstopp mit Achtsamkeitsmeditation?

Ein verhaltenstherapeutisches Training wie die achtsamkeitsbasierte Meditation könnte Rauchern helfen, von Zigaretten loszukommen, ergab eine US-Studie. Studienteilnehmer rauchten nach der Studie weniger, auch wenn sie dies manchmal gar nicht selbst bemerkt hatten.

 

 

Fünf Stunden Training für ein verändertes Rauchverhalten

 

Der Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, muss US-Forschern zufolge noch nicht einmal vorhanden sein, um das Rauchen mit der achtsamkeitsbasierten Meditation zu reduzieren. Offenbar geschieht das oftmals unbewusst, weil die Verhaltenstherapie das Bewusstsein verändert und Stress reduziert.

 

Forscher der Universitäten von Texas und Oregon untersuchten 60 Studenten, von denen 27 Raucher und 33 Nichtraucher waren. Ihnen wurde gesagt, sie erhielten ein Verhaltenstrainingsprogramm, um Meditation und Entspannungstechniken zu erlernen, die Stress reduzieren und die Wahrnehmung verbessern sollen.

 

Die Hälfte der Teilnehmer nahmen an einem achtsamkeitsbasierten Meditationstraining teil, die andere Hälfte erlernte eine Entspannungstechnik. In zwei Wochen erhielten alle Teilnehmer Lektionen von insgesamt fünf Stunden, die in 30-minütige Sitzungen aufgeteilt waren. Vor der Untersuchung und am Ende der Studie nahmen die Forscher bildgebende Untersuchungen des Gehirns vor, ließen Fragebögen ausfüllen und untersuchten die Höhe des Kohlenmonoxids in der Lunge bei den Teilnehmern, die ein Hinweis auf die Menge der gerauchten Zigaretten ist.  

 

 

Verbesserte Selbstkontrolle durch verändertes Bewusstsein

 

Obwohl manche Teilnehmer keine Veränderung ihres Rauchverhaltens bemerkt hatten, zeigten die objektiven Kohlenmonoxidmessungen bei Teilnehmern mit achtsamkeitsbasierter Meditation nach zwei Wochen eine 60-prozentige Verringerung des Rauchens an.

 

Laut Studienautoren hatte sich das Rauchverhalten unbewusst verändert und fast auf die Hälfte reduziert. Dagegen hatten sich die Einstellungen der Raucher nicht verändert. Die Forscher gehen davon aus, dass die achtsamkeitsbasierte Meditation zu Hirnveränderungen führt, die eine bessere Selbstkontrolle erlauben. Diese ist bei Abhängigen oftmals vermindert, was sich auch in der Bildgebung nachweisen lässt.

 

Die aufgeführte Studie ist Teil einer Studienanalyse mehrerer Untersuchungen zu verschiedenen Trainingsverfahren, die Körper und Geist beeinflussen, darunter die achtsamkeitsbasierte Meditation. Von besonderem Interesse waren die Auswirkungen auf die Stresshormone, Immunreaktionen und Veränderungen des Gehirns. Die Untersuchung wurde im Fachjournal "Trends in Cognitive Sciences" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.08.15Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: