Rauchen stört Bakterienbalance im Mund

Rauchen verändert die Zusammensetzung der Bakterien im Mund. Dies spielt möglicherweise nicht nur für die Zahngesundheit eine Rolle, so Wissenschaftler. Ungleichgewichte in der bakteriellen Zusammensetzung könnten auch für andere Erkrankungen bedeutsam sein.


Rauchen verändert Mikrobiom im Mund 

Etwa 600 verschiedene Bakterien leben im Mund in einer bestimmten Zusammensetzung, man spricht auch von Mikrobiom. Die Balance bzw. Inbalance des Mikrobioms in Magen und Darm ist z. B. für die Entstehung einiger Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn relevant, aber auch für die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen. 

Dass das Rauchen das Mikrobiom empfindlich stört, fanden Epidemiologen heraus. Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten sie im Journal der International Society for Microbial Ecology. Zugrunde liegt eine Untersuchung von über 1.200 Proben mindestens 50-jähriger Probanden, darunter Raucher, Ex-Raucher und Teilnehmer, die niemals geraucht hatten.

Das Mikrobiom im Mund von Rauchern unterschied sich von dem ehemaliger Raucher oder Nichtrauer signifikant. Allerdings stellt sich die natürliche Zusammensetzung offenbar wieder ein, wenn das Rauchen aufgegeben wird. In der Studie war das bei Ex-Rauchern der Fall, die seit mindestens zehn Jahren nicht mehr geraucht hatten.


Mehr Streptokokken könnten Zahngesundheit gefährden

Raucher wiesen ein übermäßiges Wachstum von mindestens 150 Bakterienarten auf, bei 70 verschiedenen Bakterien dagegen ließ sich ein vermindertes Wachstum nachweisen. So wiesen Raucher beispielsweise weniger Species sogenannter Proteobakterien auf, die für den Abbau giftiger Chemikalien aus dem Zigarettenrauch eine Rolle spielen. Dafür hatten Raucher mehr Streptokokken im Mund. Diese können Zahnschäden Vorschub leisten.

Weitere Untersuchungen sollen folgen. Die Wissenschaftler interessieren sich für die gesundheitlichen Auswirkungen einer durch das Rauchen veränderten Bakterienflora im Mund. Von besonderem Interesse ist dabei die Entstehung von Krebserkrankungen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.04.16Zum AnfangZurück

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