Putzen mit gutem Gewissen

Frühlingsfrische Reiniger, ein WC-Stein mit Zitronenaroma und das Desinfektionsspray im Dauereinsatz. Zu viele Reinigungsmittel schaden nicht nur uns, sondern auch der Umwelt. Doch auf was verzichten und bei was zugreifen? Die Regale im Supermarkt sind voll von Putzmitteln mit unbekannten Inhaltsstoffen. Als Verbraucher kann man nicht ohne weiteres erkennen, welches Mittel am besten für die Umwelt ist. Die Euroblume dient aber als gute Orientierung. Das Europäische Umweltzeichen kennzeichnet europaweit nachhaltige Produkte.

Auf Putzmittel mit einem orangefarbenen Gefahrensymbol sollte man generell verzichten, laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin. Diese enthalten oft stark wirkende Stoffe, die besonders schädlich sind. Die Alternative ist aber anstrengend. Man muss eher mechanisch reinigen. Also die Hände benutzen und länger schrubben.

Etwas mehr Körpereinsatz ist sowieso die wichtigste Maßnahme. Denn grundsätzlich sollten Verbraucher so wenig wie möglich Putzmittel verwenden. «Am besten immer die Dosierungs- und Sicherheitshinweise lesen und befolgen. Viele benutzen die zehnfache Menge, frei nach dem Motto 'viel hilft viel'. Aber wird die Dosierung überschritten, hilft auch kein Umweltzeichen mehr. Es wird empfohlen zum Putzen Microfasertücher zu benutzen, da diese den Schmutz sehr leicht entfernen und so weniger Putzmittel verbrauchen.

Gut sind besonders hochkonzentrierte Produkte, rät Marcus Gast vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Roßlau. Je mehr man ein Produkt zur Anwendung verdünnen muss, desto umweltverträglicher ist es. Da nur eine geringe Menge auf den Lappen oder ins Putzwasser kommt, muss der Verbraucher seltener nachkaufen - so wird weniger Energie für den Transport verbraucht und das Müllaufkommen ist geringer.

Die meisten Mittel sind sowieso überflüssig. Für den Haushalt reichen ein Allzweckreiniger, Handspülmittel, eine Scheuermilch, ein Sanitärreiniger und ein WC-Reiniger auf Basis von Zitronensäure. Damit kommt man problemlos aus. Außerdem enthalten viele Spezialmittel besonders schädliche chemische Stoffe.

Für die Böden im Haus eigne sich ein einfacher Allzweckreiniger. Alle feucht zu reinigenden Oberflächen können damit geputzt werden. Ein Parkettreiniger beispielsweise ist dann nicht erforderlich, wenn versiegeltes Parkett nebelfeucht gewischt wird.

Im Bad reichen Sanitär- und WC-Reiniger. Chemische Kalkentferner sind überflüssig. Verkalkte Armaturen können sehr einfach gereinigt werden. Dazu taucht man Tücher in Essig, wickelt sie um die Armaturen und lässt das Ganze eine Nacht wirken. Am nächsten Tag wird der Kalk mit einer Bürste aus den Ritzen gefegt und die Oberfläche mit klarem Wasser abgewaschen. Kalkablagerungen im Duschraum können Verbraucher verhindern oder zumindest mindern, indem sie die Dusche nach jedem Gebrauch mit einem Abzieher säubern. Generell sollte man seine alte Zahnbürste nicht wegschmeißen. Mit der kann man sehr gut die Fugen reinigen.

Und ist mal der Abfluss verstopft sollte man nicht mit der chemischen Keule rangehen. Abflussreiniger sind natürlich besonders aggressiv, wenn sie sogar Haare auflösen sollen. Mechanische Hilfsmittel wie Saugglocken oder Spiralen bekommen die Abflüsse auch frei. Haarsiebe beugen Verstopfungen vor.

Auch beim guten Duft sollte nicht übertrieben werden. Im Bad besser lüften, statt synthetischen Fliedermuff drübersprühen. Duftsprays sind umweltbelastend und häufig allergieauslösend. Auch WC-Steine haben kaum Reinigungswirkung, sondern belasten das Abwasser. Desinfektionssprays und -mittel haben im Haushalt generell nichts zu suchen. Diese Produkte sind umweltgefährdend und fördern Allergien. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn der Arzt es anordnet.

Um die Küche sauber zu halten, reicht für alle fettigen Verschmutzungen der Allzweckreiniger. Backofensprays erübrigen sich, wenn man den Backofen nach jeder Nutzung mit einem sanften Reinigungsmittel auswäscht. Es gilt: Je schneller man die Verschmutzungen entfernt, desto besser lassen sie sich auch mit milden Produkten beheben. Für hartnäckige Verkrustungen und stark eingetrocknete Stellen eignet sich Scheuermilch. Eine milde Variante ersetze sogar den teuren Ceranfeldreiniger.

Auch chemische Glasreiniger mit Alkohol wie Ethanol und Propanol müssen nicht verwendet werden. Stattdessen einfach Spülmittel mit Wasser verdünnen. Und streifenfrei bekommt man die Fenster mit dem Abzieher - und eben etwas Körpereinsatz.

Quelle: dpa02.12.12Zum AnfangZurück

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