Pulsuhr allein ist kein Garant für optimales Training

Eine Pulsuhr allein verbessert das Training nicht. Zuvor sollte man seine persönliche Belastungsgrenze testen lassen. Ein Sportmediziner sagt, worauf man achten sollte. 

Für ambitionierte Ausdauersportler wie Jogger, Langläufer oder Radfahrer können Pulsmessgeräte sehr nützlich sein. Denn sie helfen dabei, das Training zu steigern, ohne sich zu überanstrengen. «Es reicht aber nicht, seinen Puls abzulesen und dann die Faustformeln anzuwenden», sagte Prof. Herbert Löllgen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP), dem dpa-Themendienst. Wer ideal trainieren und seine Leistung kontinuierlich steigern will, sollte zuvor seine persönliche Belastungsgrenze testen lassen.

Generell sei eine Pulsuhr für alle sinnvoll, die eine Überbelastung vermeiden sollen, erklärte Löllgen. Die Messgeräte bestehen immer aus zwei Komponenten: Ein Brustgurt misst die Herzfrequenz und überträgt die Ergebnisse per Funk an eine Uhr am Handgelenk.

Ambitionierte Ausdauersportler sollten beim Training eine Herzfrequenz zwischen 75 und 85 Prozent des individuellen Maximalpulses haben. Die gängige Faustformel für die maximale Herzfrequenz lautet: 226 minus Lebensalter bei Frauen sowie 220 minus Alter bei Männern. Zwei Beispiele: Ein 40-jähriger Mann hat nach der Faustformel einen Maximalpuls von 180 Schlägen in der Minute. Beim Training sollte er also eine Herzfrequenz zwischen 135 und 153 Schlägen haben. Eine 40-jährige Frau hat einen Maximalpuls von 186. Sie sollte beim Training Herzfrequenzen zwischen etwa 140 und 158 Schlägen pro Minute haben. «Diese Faustformel bietet zwar einen Anhaltspunkt - aber mehr auch nicht», sagte Löllgen.

Deswegen empfiehlt er, einen Sportmediziner oder ein Leistungsdiagnostikzentrum aufzusuchen. Ambitionierte Ausdauersportler können dort eine individuelle Leistungsdiagnostik machen lassen, aus der sich die optimale Trainingsintensität ableitet. Löllgen empfahl Älteren und Menschen, die neu mit dem Ausdauersport beginnen, dringend eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung, um ihre persönliche Belastungsgrenze kennenzulernen.

Quelle: Gespräch: Matthias Wenten, dpa04.03.12Zum AnfangZurück

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