Pubertät: Mobbing macht depressiv

Aggressive Übergriffe in der Pubertät oftmals in der Schule haben auch auf die spätere Gesundheit Auswirkungen. Mobbing bzw. Bullying könnte für ein Drittel der Depressionen im Erwachsenenalter verantwortlich sein. Darauf weist eine britische Untersuchung hin. Interessant ist auch, dass die Wahrnehmung von Mobbing von Müttern und Kindern weit auseinander klafft.

 

 

Mobbing mit Langzeitfolgen für die Gesundheit

 

Beim Mobbing scheint es sich oftmals so zu verhalten, dass ein Kind über aggressive Übergriffe klagt und Eltern dies nicht so ernst nehmen oder Vorfälle bagatellisieren. Diesen Schluss lässt eine Studie von Psychologen der Universität Oxford zumindest zu. Demnach gaben von insgesamt 3.700 befragten Teenagern 1.199 an, regelmäßig angegriffen zu werden. Doch nur 229 der Mütter dieser Kinder sahen das genauso.

 

Eigentliches Ziel der Langzeituntersuchung war es jedoch, die Langzeitfolgen von Mobbing bei Jugendlichen zu untersuchen. Demnach haben Teenager, die im Alter von 13 Jahren regelmäßig aggressiven Übergriffen ausgesetzt sind, ein doppelt so hohes Risiko, bereits mit 18 Jahren eine Depression zu entwickeln. Etwa 15 Prozent der jungen Mobbingopfer litten mit 18 Jahren an Depressionen. Kinder, dies keine Mobbingerfahrung gemacht hatten, waren nur zu fünf Prozent betroffen.

Je schwerer und je länger Teenanger Mobbing ausgesetzt waren, desto höher war das Risiko, als Erwachsener Depressionen zu entwickeln.

 

 

Mobbing muss ernst genommen und bekämpft werden

 

Bereits frühere Studien hatten Zusammenhänge zwischen Mobbing von Kindern und Jugendlichen und der Entwicklung späterer Depressionen ergeben. Doch handelt es sich meist um Kurzzeituntersuchungen. Langzeituntersuchungen lassen jedoch vermuten, dass Mobbing und spätere psychische Gesundheit in einem Zusammenhang stehen.

 

Die im "British Medical Journal" veröffentlichten Ergebnisse der aktuellen Untersuchung verdeutlichen, wie wichtig es ist, Mobbing zu bekämpfen. Hier sind Eltern, Lehrer und Gesundheitsinstitutionen gefordert, aktiv zu werden. Problematisch ist, dass ein Drittel der betroffenen Kinder auch zuhause nichts von den erlebten aggressiven Attacken berichtet. Demnach ist davon auszugehen, dass auch Lehrer von diesen Vorgängen oftmals nicht wissen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.06.15Zum AnfangZurück

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