Prostatakrebs: Revolution durch Ultraschalltherapie?

Möglicherweise könnten Patienten mit örtlich begrenztem Prostatakarzinom (Krebs der Vorsteherdrüse) bald von einer sanfteren Therapiemethode profitieren. Eine Ultraschalltechnik erwies sich als erfolgreich. Der Clou: Der Tumor lässt sich beseitigen, doch gesundes Gewebe bleibt intakt, was bei konventionellen Therapien nicht der Fall ist.


Ultraschall: Krebsbehandlung mit weniger Nebenwirkungen

93 Prozent der Patienten mit lokalisiertem Prostatakrebs, die eine spezielle Technik der Ultraschallbehandlung erhielten, waren auch fünf Jahre nach der Therapie noch krebsfrei, so das Ergebnis einer anlässlich des Europäischen Urologenkongresses in München vorgestellten Londoner Studie. Die begrenzt wachsenden Tumoren hatten noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet, was eine andere Behandlung erfordert.

Die aktuellen Studienergebnisse folgen einer früheren kleinen Untersuchung der Wissenschaftler an 41 Männern aus 2012, von denen ein Jahr nach der Therapie noch 95 Prozent frei von Krebs waren. Keiner der behandelten Patienten litt im Anschluss an die Behandlung unter einer Harninkontinenz und nur einer von zehn wies nach der Therapie eine erektile Dysfunktion auf bzw. litt unter Potenzproblemen. Die Studie war in "The Lancet Oncology" veröffentlicht worden.

In der neuen Studie waren zwischen 2004 und 2015 insgesamt 625 Patienten beobachtet worden. Nur ein bis zwei Prozent der mit Ultraschall Behandelten wiesen eine langfristige Harninkontinenz auf, 15 Prozent litten unter einer erektilen Dysfunktion. Damit schneidet die Therapie gegenüber einer chirurgischen Behandlung sehr gut ab, denn nach dieser weisen 30 bis 60 Prozent belastende Begleiterscheinungen der Therapie auf. 


Risiko von Nervenschädigung bei konventionellen Therapie

Bei den konventionellen Behandlungsmethoden des Prostatakarzinoms wie Chirurgie und Bestrahlung wird die ganze Prostata behandelt und das Risiko der Nervenschädigung, die den Penis und Muskeln zur Urin- und Mastdarmkontrolle versorgen, ist groß. Eine Nervenschädigung mündet in einer Harninkontinenz und erektilen Dysfunktion.

Bei der Ultraschallbehandlung handelt es sich um hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFI), mit dem sich Gewebe sehr gezielt auf 80 bis 100 Grad Celsius erhitzen lässt. Dies tötet die Krebszellen sofort und gesundes Gewebe bleibt unbeschadet. Weiterer Vorteil ist, dass so behandelte Patienten das Krankenhaus noch am selben Tag verlassen können.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.03.16Zum AnfangZurück

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