Präbiotika gegen Belastungsasthma

Menschen mit Belastungsasthma könnten von unverdaulichen Kohlenhydraten profitieren. Laut Wissenschaftler fördern sie das Wachstum von gesundheitlich bedeutsamen Bakterien im Darm.


Präbiotia: Unverdauliche Kohlenhydrate beeinflussen Darmbakterien

Asthma ist eine der häufigsten Atemwegserkrankungen. Unterscheiden lässt sich zwischen allergischen und nichtallergischen Asthmaerkrankungen. Bei der Auslösung des allergischen Asthmas spielen Allergene wie Pollen, Pilzsporen und Staub eine Rolle. Nichtallergisches Asthma dagegen geht auf auslösende Faktoren wie Stress, körperliche Belastung, Krankheiten oder Medikamenteneinnahmen zurück.

Unabhängig von der Art des Asthmas, entwickeln die meisten Patienten nach körperlicher Belastung Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustenge, Husten oder Atemgeräusche. Hauptansatzpunkt in der Behandlung von Asthma ist das Meiden auslösender Faktoren. Medikamente etwa sollen die zugrundeliegende Entzündung hemmen und die Atemwege erweitern.

Britische Forscher kamen jetzt einer möglichen neuen Behandlungsmöglichkeit von Belastungsasthma auf die Spur: Präbiotika. Diese unverdaulichen Kohlenhydrate sind in Nahrungsmitteln wie Bananen, Haferflocken oder Jerusalem-Artischocken enthalten. Sie unterstützen das Wachstum von Darmbakterien, die für eine gute Verdauung bedeutsam sind. Schon lange vermuten Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Darmbakterien, der Funktion des Immunsystems und Allergien. Welche Bedeutung Darmbakterien aber im Einzelnen haben, ist nicht hinreichend geklärt.


Mit Präbiotika das Immunsystem regulieren

Wie Präbiotika bei Menschen mit belastungsinduziertem Asthma wirken, war Gegenstand einer Studie im "British Journal of Nutrition". Zehn Asthmapatienten erhielten als Nahrungsergänzung drei Wochen lang präbiotisches Bumino (B-GOS). Es folgte eine zweiwöchige Auswaschphase, in der die Patienten kein Bumino erhielten. Anschließend erhielten sie drei Wochen lang eine Scheinbehandlung. Als Kontrollgruppe diente eine Gruppe von Menschen ohne Asthma.

Blutproben dienten der Ermittlung von Werten, die bei der Entzündung der Atemwege erhöht sind. Daneben nahmen die Asthmapatienten an Atemtests (Hyperventilationstest) teil, die belastungsinduziertes Asthma provozierten. Es folgten Messungen der Lungenfunktion. 

Während Personen ohne Asthma nicht auf die präbiotische Nahrungsergänzung reagierten, ergaben sich bei Asthmapatienten signifikante Verbesserungen. Sie wiesen auch weniger Hinweise auf eine entzündliche Aktivität im Blut auf.

Die Wissenschaftler gegen davon aus, dass B-GOS über die Förderung "guter" Darmbakterien das Immunsystem beeinflusst beziehungsweise moduliert, sodass die Atemwege weniger überreagieren.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.08.16Zum AnfangZurück

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